Im Rahmen des ESPEN 2025 hatte das Fachpublikum die Möglichkeit, sich in hochkarätigen „Meet the Experts“-Sessions Vorträge von Expert:innen aus verschiedenen Bereichen der Ernährungsmedizin anzuhören und sich mit den Referent:innen auszutauschen. Mit insgesamt fünf Sessions wurde den Besucher:innen interessante Einblicke in den klinischen Praxisalltag diverser Fachbereiche geboten. Aus dem Bereich der Intensivmedizin haben wir Ihnen bereits den Vortrag von Prof. Dr. Elisabeth de Waele vorgestellt.
Plecity betonte immer wieder die Signifikanz der angemessenen Ernährung. Ernährungsmedizin ist in der Onkologie nicht „nice to have“, sondern therapieentscheidend: Infektionen oder Sepsis und Entzündungen können die Tumortherapie unterbrechen oder verhindern, besonders relevant bei Cholangiokarzinom mit Cholestase-Risiko wie beim Patienten der Fallstudie. Mehr zu dem Zusammenspiel von Mangelernährung, Kachexie und Sarkopenie mit der Chemotherapie erfahren Sie hier.
Weiterhin sollte auch im oft stressigen Klinikalltag eine frühe, strukturierte Datenerfassung (NRS-Screening, Gewicht/BMI/Verlauf) erfolgen. Eine lückenlose Dokumentation ist zentral – in der Routine fehlen Basisdaten jedoch oft oder werden nicht konsequent nachgehalten.
Im Falle von Plecitys Patient wurde klar, dass eine orale Strategie häufig nicht ausreicht: selbst wenn orale Nahrungssupplemente (ONS) verordnet sind, kann es sein, dass diese praktisch „nicht ankommen“ (hier: ONS 3×/Tag wurde nicht getrunken). Dann muss rasch eine Anpassung der medizinischen Ernährungstheraie erfolgen und wenn notwendig auch gleich eine PE gestartet werden. Die supplementierende PE half bei diesem Patienten bei der Stabilisierung des Ernährungszustandes während einer Sepsisbehandlung sowie während der onkologischen Weiterbehandlung.
Dr. Plecity hielt in seinem Vortrag nicht nur dem anwesenden Publikum den Spiegel vor, sondern auch sich selbst: Die Bedeutung einer ganzheitlichen Behandlung über die vermeintlich „hauptsächliche“ Erkrankung hinaus sollte bei der Versorgung einen besonders hohen Stellenwert bekommen. Die Vorstellung seines Falls zeigte eindrücklich die Wirkung interdisziplinärer Zusammenarbeit, nicht nur von Onkologie und Gastroenterologie, sondern auch die wegweisende Rolle supplementierender PE, die helfen kann, den Behandlungsverlauf und insbesondere auch die Lebensqualität von Patient:innen zu verbessern.
Den gesamten Vortrag von Dr. med. Daniel M. Plecity können Sie sich hier in voller Länge ansehen!
Unser Tipp für noch weitere Praxiseinblicke: Entdecken Sie hier alle Sessions der Meet the Experts-Reihe!
Bildquelle: KI-generiert
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