Auf dem ESPEN 2025 warteten dieses Jahr gleich fünf organisierte „Meet the Experts“-Sessions am Stand von Baxter auf die Besucherinnen und Besucher. Führende Expertinnen und Experten informierten über neueste wissenschaftliche und klinische Erkenntnisse aus unterschiedlichen Feldern der parenteralen Ernährung (PE). Die Vorträge haben wir für Sie in Videos zum Nachschauen festgehalten.
Rund um die zentrale Fragestellung, wie viel Protein zugeführt werden sollte, schlüsselte De Waele die Ergebnisse aktueller, wegweisender Studien auf. Die wichtigste Erkenntnis: auch bei unterschiedlicher Dosierung der Proteinzufuhr blieb die Mortalität vergleichbar. Diese Schlussfolgerung ist auch für den klinischen Alltag wertvoll, da bestehende Protokolle und Abläufe nicht geändert werden müssen.
Dies zeigte De Waele in ihrem Vortrag auch in einem „Realitätscheck“: Verglichen mit verschiedenen Leitlinien werden Patient:innen nicht ausreichend mit Proteinen versorgt, nicht nur in der Intensivmedizin, sondern auch bei der anschließenden Versorgung auf Station. Deshalb plädierte De Waele für die Gabe von 10 bis 12 g Protein pro Tag zusätzlich zur errechneten Zufuhr, um Verluste zu kompensieren, die beispielsweise bei kontinuierlichen Nierenersatzverfahren vorkommen können. Dagegen ist bei Patient:innen mit akutem Nierenversagen oder einer besonders hohen Krankheitsschwere (SOFA ≥ 9) eine zu hohe Proteinzufuhr nach Ergebnissen der EFFORT Protein-Studie potenziell mit schlechteren Outcomes assoziiert.
De Waele plädierte für den Einsatz der Proteinsupplementierung nicht nur in der akuten intensivmedizinischen Versorgung, sondern auch in der post-akuten Phase und die konsequent fortgesetzte Zufuhr auf der Normalstation. Sie betonte ebenfalls die wichtige Rolle von Proteinen bei der Nachversorgung von intensivpflichtigen Patient:innen: eine adäquate Proteinzufuhr kann die Behandlung häufiger Symptome nach schwerer Erkrankung unterstützen wie beispielsweise Muskelschwund, kognitive Einschränkungen, Stoffwechselveränderungen und GI-Beschwerden.
Gleichzeitig werden derzeit in der klinischen Praxis Zieldosierungen nicht erreicht, obwohl eine ausreichende Versorgung den Behandlungserfolg verbessern kann. Abschließend plädierte De Waele für den Einsatz von PE zur Supplementierung von Proteinen in der intensivmedizinischen Versorgung und im weiteren Behandlungsverlauf.
Unser Tipp für noch mehr Praxiseinblicke: Alle Sessions der Meet the Experts-Reihe finden Sie hier!
Bildquelle: KI-generiert
Freigabenummer: DCH-CN16-250018