Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine chronische Erkrankung der Koronararterien (Herzkranzgefäße), die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen.1 Durch arteriosklerotische Veränderungen, umgangssprachlich als „Gefäßverkalkung“ bezeichnet, kommt es zu Verengungen oder Verschlüssen dieser Gefäße.2 In der Folge wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend durchblutet.1 Klinisch kann sich dies als Angina pectoris äußern; bei einem akuten Gefäßverschluss entsteht ein Herzinfarkt.1
Symptome und Krankheitsverlauf werden wesentlich davon beeinflusst, wie früh die Erkrankung erkannt wird und in welchem Ausmaß Risikofaktoren, wie Übergewicht, reduziert werden können.1
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen in Industrienationen zu den häufigsten Todesursachen unter Erwachsenen.2 Den größten Anteil daran hat die KHK.2 In Deutschland sind schätzungsweise fast zehn Prozent der Menschen zwischen 40 und 80 Jahren betroffen.2 Männer erkranken häufiger und früher als Frauen; bei Frauen steigt das Risiko insbesondere nach den Wechseljahren an.2,3Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko einer Arteriosklerose zu.3 Neben nicht beeinflussbaren Faktoren wie Alter, Geschlecht und genetischer Veranlagung spielen modifizierbare Risikofaktoren eine zentrale Rolle. Dazu zählen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus Typ 2, Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht.3 Übergewicht erhöht das Risiko einer KHK um das zwei- bis dreifache und tritt häufig nicht isoliert auf, sondern ist eng mit weiteren metabolischen Risikokonstellationen verknüpft, die die Entstehung der KHK begünstigen.2,4,5
Übergewicht beeinflusst die KHK über mehrere, sich gegenseitig verstärkende Mechanismen:
Die Symptomatik der koronaren Herzkrankheit hängt davon ab, wie stark die Herzkranzgefäße verengt sind und an welcher Stelle sich die Engpässe befinden.2 Bei nur gering ausgeprägten Veränderungen bleiben Betroffene häufig beschwerdefrei.1 Diese Phase wird auch als stumme Ischämie bezeichnet und tritt besonders bei älteren Menschen und bei Betroffenen mit Diabetes mellitus Typ 2 auf.2
Mit zunehmender Gefäßverengung kommt es zu einer stabilen KHK.1 Das Leitsymptom ist die Angina pectoris: Ein Druck- oder Engegefühl in der Brust, das unter körperlicher Belastung auftritt und in Arme, Schulter, Rücken, Oberbauch oder Kiefer ausstrahlen kann.1
Verschlechtert sich die Durchblutung plötzlich oder tritt die Symptomatik bereits in Ruhe auf, spricht man von einer instabilen Angina pectoris.2 Diese stellt einen medizinischen Notfall dar, da die Gefahr eines akuten Herzinfarkts besteht.2 Bei einem vollständigen Verschluss eines Koronargefäßes kommt es zum Herzinfarkt, der unbehandelt lebensbedrohlich ist.1
Die Behandlung der koronaren Herzkrankheit verfolgt zwei zentrale Ziele: die Linderung der Symptome und die Reduktion des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse.
Abb.1: Interventionelle Behandlung der KHK mittels Ballonkatheter und Stent zur Wiederherstellung des koronaren Blutflusses. Übernommen aus 5.
Da die koronare Herzkrankheit nicht heilbar ist, kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu, insbesondere bei Menschen mit Übergewicht.2 Zentrale Maßnahmen sind:2
Übergewicht ist ein wesentlicher, modifizierbarer Risikofaktor der koronaren Herzkrankheit und wirkt über metabolische, entzündliche und vaskuläre Mechanismen auf deren Entstehung und Verlauf ein.2,3,7 Da Übergewicht häufig mit weiteren Risikofaktoren einhergeht, ist ein ganzheitlicher Blick auf das kardiovaskuläre Risiko entscheidend.
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