Nierensteine (Nephrolithen) entstehen, wenn sich bestimmte Stoffe im Urin wie Kalzium, Harnsäure oder Struvit zu Kristallen zusammensetzen.1 Diese Kristalle bilden zunächst kleine Ablagerungen im Nierenbecken, die später in die Harnleiter wandern (Harnleitersteine) und große Schmerzen verursachen können.1,2
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Betroffenen stetig gestiegen.3 In Deutschland erkranken jedes Jahr 1 bis 2 % der Bevölkerung an Nierensteinen, Männer etwas häufiger als Frauen.1 Menschen mit Übergewicht oder Adipositas haben ein etwa ein- bis zweifach erhöhtes Risiko, ein Harnsteinleiden (Urolithiasis) zu entwickeln.4 Dieses Risiko steigt mit zunehmendem Body-Mass-Index und größerem Taillenumfang kontinuierlich an.5 Auch metabolische Begleiterkrankungen spielen eine Rolle: Menschen mit Diabetes haben ein 16 % höheres Risiko für Nierensteine als Personen ohne Diabetes.5
Mehrere biologische Mechanismen und Lebensstilfaktoren tragen zum Risiko bei, Nierensteine zu entwickeln:
Kleine Nierensteine verursachen oft keine Beschwerden und werden häufig zufällig im Ultraschall entdeckt oder erst bemerkt, wenn sie mit dem Urin ausgeschieden werden.2 Beschwerden treten meist erst auf, wenn ein größerer Stein in den Harnleiter wandert oder den Harnabfluss blockiert.2 Typisch sind plötzlich einsetzende, starke, wellenförmige Schmerzen in der Flanke, die bis in den Unterbauch ausstrahlen können.2 Übelkeit, Erbrechen, Blut im Urin sowie häufiger Harndrang sind ebenfalls möglich.2
Für die Diagnose werden meist Ultraschalluntersuchungen eingesetzt. Wenn der Befund unklar ist, kann eine Computertomografie Klarheit schaffen.1
In der akuten Situation steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Zum Einsatz kommen Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol oder Metamizol.2Kleinere Steine unter fünf Millimetern gehen häufig spontan ab.1 Bei Steinen zwischen 5 und 10 Millimetern können Medikamente zur Muskelentspannung das Ausscheiden unterstützen.1 Größere Steine können mit einer Stoßwellentherapie, endoskopisch oder operativ entfernt werden.1
Nierensteine neigen dazu, wiederzukehren.9 Umso wichtiger ist die Prävention, insbesondere bei Menschen mit Übergewicht. Dabei spielen Flüssigkeitszufuhr, Ernährung und Gewichtsmanagement eine zentrale Rolle:8,9
Übergewicht erhöht das Risiko für Nierensteine deutlich. Ein frühzeitiges Bewusstsein für Risikofaktoren und gezielte Präventionsmaßnahmen können langfristig helfen, das Auftreten von Nierensteinen zu reduzieren. Besonders bei Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, die bereits Nierensteine hatten, lohnt es sich, Präventionsstrategien gezielt zu besprechen.
Wenn Sie mehr über die Folgeerkrankungen von Übergewicht erfahren wollen, kommen Sie hier zum letzten Artikel unserer Beitragsreihe.
Referenzen: