Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankungen (MASLD) zählen zu den häufigsten chronischen Lebererkrankungen unserer Zeit.1 Darunter auch die entzündliche und steatotische Form, die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH).2 Trotz ihrer hohen Prävalenz3 werden die Fettlebererkrankungen erstaunlich selten frühzeitig erkannt. Der Grund ist simpel: Viele Betroffene haben kaum oder nur unspezifische Beschwerden, während sich die Erkrankung im Hintergrund langsam, aber stetig entwickelt.3 Die hohe Prävalenz steht damit in starkem Kontrast zur geringen Diagnoserate.
Ein entscheidender Wendepunkt im Verlauf der Erkrankung ist die Entwicklung von Entzündungen und Schäden der Leberzellen.4 Während frühe Stadien noch gut behandelbar sind, nehmen mit zunehmender Vernarbung sowohl Komplikationen als auch Mortalität deutlich zu.5 Daher ist die Früherkennung essenziell, doch genau diese ist aufgrund der uncharakteristischen Symptomatik schwierig.
Frau M., 48 Jahre, berufstätig im Projektmanagement, berichtet seit Monaten über zunehmende Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. Morgens fühlt sie sich trotz ausreichendem Schlaf nicht erholt. In Meetings fällt es ihr schwer, Informationen zu verarbeiten. Dazu kommt eine unspezifische Antriebslosigkeit, die sie zunächst auf Stress und beruflichen Druck zurückführt.
Mit der Zeit bemerkt sie zudem ein leichtes Druckgefühl im rechten Oberbauch, besonders nach üppigen Mahlzeiten.3 Einmal im Jahr lässt sie beim Hausarzt routinemäßig Blut abnehmen – diesmal fallen leicht erhöhte Transaminasen auf.6
Da Frau M. weder Alkoholmissbrauch betreibt noch klassische Symptome einer Lebererkrankung zeigt, wird zunächst überlegt, ob die Werte vom Stress, einer leichten Infektion oder einem Medikament herrühren könnten. Auch eine Magen-Darm-Ursache wird in Betracht gezogen. Erst ein halbes Jahr später, nach erneut auffälligen Werten, folgt eine genauere metabolische Anamnese.
Dabei zeigt sich: zentrales Übergewicht, ein seit Jahren grenzwertig erhöhter Blutzucker, ein beginnender Bluthochdruck. Erst diese Kombination lenkt den Blick auf eine mögliche metabolische Lebererkrankung.
Ein FIB-4-Score wird berechnet und fällt erhöht aus.6 Die anschließende Elastographie zeigt eine beginnende Fibrose7 – ein Befund, der zuvor weder patientenseitig noch ärztlich vermutet wurde.
Die Geschichte von Frau M. ist typisch. MASH wird häufig spät erkannt, weil mehrere Hürden zusammenspielen:
Viele Patient:innen mit MASH fühlen sich lange „einfach nur müde“ oder „gestresst“. Beschwerden wie:3
werden häufig verharmlost oder anderen Ursachen zugeschrieben.
In der Praxis stehen häufig Alkohol, genetische Erkrankungen, Virushepatitis oder Medikamente als mögliche Ursachen im Vordergrund.8 Zudem lassen die unspezifischen Symptome auch Stress,9 hormonelle Schwankungen10 oder Verdauungsbeschwerden11 zuschreiben. Erst die Kombination mit metabolischen Risikofaktoren8 lenkt den Blick auf die Leber – dieser wird jedoch nicht immer systematisch abgefragt.
Es gibt bislang kein flächendeckendes Screening für MASH. Für Patient:innen mit Risikofaktoren (Adipositas, Typ-2-Diabetes, Hypertonie oder metabolischem Syndrom) wird eine ärztliche Abklärung aber empfohlen.8
Des Weiteren reichen Leberwerte allein für die Diagnose nicht aus. Selbst unauffällige Leberwerte schließen eine fortgeschrittene Lebererkrankung nicht aus.8 Deshalb wird zunehmend empfohlen, strukturierte Risikoeinschätzungstools einzusetzen.
Der FIB-4-Score, basierend auf Alter, den Transaminasen AST (GOT) und ALT (GPT), sowie der Thrombozytenzahl, ist kostengünstig, online frei verfügbar und ermöglicht eine Abschätzung des Fibroserisikos, ohne dass aufwändige Diagnostik erforderlich wäre.6 Auch weitere Screeningtools wie der Elevated Liver Fibrosis (ELF)-Test, Vibration-Controlled Transient Elastography (VCTE) oder spezielle Blutmarker können zur weiterführenden Diagnostik beitragen.8
Bei Frau M. ergibt der FIB-4-Score einen auffälligen Wert, sodass eine weiterführende Diagnostik erfolgt. Die Elastographie zeigt eine beginnende Fibrose – ein entscheidender Befund, der die weitere Therapie lenkt.
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