Adipositas ist für betroffene Patient:innen eine enorme gesundheitliche Belastung. Die Erkrankung zieht jedoch weitreichende Konsequenzen mit sich und wirkt sich damit auch auf die gesamte Wirtschaft eines Landes aus. Dabei werden die Kosten nicht nur durch die Therapie der Erkrankung, sondern auch durch andere, weniger offensichtliche Faktoren erhöht. Diese Einflussfaktoren können in drei verschiedene Kategorien unterteilt werden:1,2
Der Anteil von Menschen, die an Adipositas leiden, liegt in den USA bei 40,3 %.4 Dabei steigt die Anzahl der Betroffenen von Jahr zu Jahr. So lag ihr Anteil in den USA im Jahr 1999 noch bei 30,5 %.5 Es wird geschätzt, dass inzwischen 5-10 % des gesamten Gesundheitshaushalts der USA für die Behandlung von Übergewicht und Adipositas und entsprechende Folgeerkrankungen ausgegeben werden.6
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zu der 38 Mitgliedsstaaten (darunter z.B. USA, Deutschland, Frankreich und Japan) gehören, konnte folgende Daten erheben: Die durchschnittliche Lebenserwartung von Patient:innen mit Adipositas wird durch die gesundheitlichen Folgen der Erkrankung um etwa 2,7 Jahre reduziert. Die OECD prognostiziert, dass 8,4 % des gesamten Gesundheitshaushaltes der Mitgliedsstaaten in den nächsten 30 Jahren aufgebracht werden müssen, um die Konsequenzen von Adipositas zu tragen.2
Es wird vermutet, dass auch erkrankte Kinder in Schulen weniger Leistung erbringen könnten. Bei Kindern mit Normalgewicht lag die Wahrscheinlichkeit für gute schulische Leistungen um 13 % höher als bei Kindern mit Adipositas. Ähnlich machen sich die sekundären Faktoren im Arbeitssektor bemerkbar. Die OECD schätzt, dass die Summe aller Einflussfaktoren eine Senkung des Bruttoinlandprodukts von 3,3 % verursacht.2
Während in den USA der Anteil der Patient:innen mit Adipositas - und damit auch die Ausgaben in Folge der Erkrankung - sehr weit oben liegt, weicht dieser Wert in anderen Ländern stark ab. In China, Brasilien oder Korea wurde beispielsweise von vergleichsweise geringen Werten berichtet. Doch wie sieht die Lage konkret in Deutschland aus?
In Deutschland liegt die Prävalenz von Adipositas bei ca. 15,4 Millionen Betroffenen.7,a Die Universität Hamburg berechnete alle direkten und indirekten Kosten, die in Deutschland durch Adipositas verursacht werden: rund 63 Milliarden Euro pro Jahr. Die direkten Kosten beanspruchen davon etwa 29 Milliarden und die indirekten Kosten etwa 34 Milliarden Euro.8
Um den enormen Kosten der Adipositas entgegenzuwirken, müssen verschiedene politische und gesellschaftliche Strategien weiterentwickelt werden. Darunter fallen Aktionen zur Aufklärung und Verbreitung informierender Materialien, aber auch nationale Leitlinien, die sich für einen gesunden Lebensstil aussprechen. Beim Einkauf sollte die Wahl gesunder Lebensmittel durch Kennzeichnung erleichtert und die Kosten ungesunder Produkte erhöht werden. Die Bewerbung ungesunder Produkte sollte limitiert werden. Für Kinder ist es wichtig, in Schuleinrichtungen gesunde Nahrungsmittel und verschiedene Sportangebote zur Verfügung gestellt zu bekommen.1,2 Zu den Programmen zur Prävention einer Adipositas und ihrer Begleiterkrankungen zählt beispielsweise auch „Cities Changing Diabetes“ von Novo Nordisk. Ziel ist es hierbei, die Lebensbedingungen in Städten so zu verändern, dass Menschen dort gesünder leben können.
Sie als Ärztin oder Arzt können ebenso einen großen Beitrag leisten. Durch Aufklärung und offene Gespräche mit Ihren Patient:innen können effektive Therapien und Präventionen einer Adipositas erzielt werden. Haben Sie Tipps bezüglich einer zielführenden Kommunikation mit Adipositas-Patient:innen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen gerne über die Kommentarfunktion.
Fußnote:
a Berechnet anhand der erhobenen Werte der Adipositas-Prävalenz von 18,5% für über-18- Jährige im Jahr 2019, umgerechnet auf die Bevölkerungszahl von 83,09 Millionen7
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