Stellen Sie sich das Management der Hyperkaliämie wie einen Hürdenlauf vor. Der Weg zum Ziel – stabile Kaliumwerte und ein klares Management – ist zwar überschaubar, doch jede Hürde kann den Fortschritt verlangsamen oder gar zum Stolpern führen. Drei mögliche Hürden sind die interdisziplinäre Zusammenarbeit, Fehler bei der Kaliummessung und Ungenauigkeiten in der Dokumentation. Nur wenn alle Hürden genommen werden, kann eine kontinuierliche und prognostisch wichtige Behandlung gewährleistet werden.
Eine Hyperkaliämie kann mit erhöhter Mortalität assoziiert sein und verläuft oft chronisch. Daher sollte sie konsequent behandelt werden.1,2 Gerade bei Patient:innen, die aufgrund ihrer Grunderkrankung auf eine Renin-Angiotensin-Aldosteron-System-Inhibitor-Therapie (RAASi) angewiesen sind, steigt das Risiko einer Hyperkaliämie weiter.3–5 Eine Dosisreduktion oder das Absetzen der RAASi-Therapie sind jedoch keine nachhaltigen Lösungen, da dies mit einer schlechteren Langzeitprognose verbunden sein kann.6,7
Eine der zentralen Herausforderungen im Hyperkaliämie-Management ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Patient:innen befinden sich häufig an der Schnittstelle mehrerer Fachrichtungen. Hausärzt:innen sind in der Regel die erste Anlaufstelle und übernehmen eine koordinierende Rolle. Für eine fundierte Einschätzung muss das aktuelle Befinden, die Kaliumwerte und die bestehende Medikation stets gemeinsam betrachtet werden. Gerade hier zeigt sich, wie essenziell eine gemeinsame Sprache zwischen Kardiologie, Nephrologie und Allgemeinmedizin ist. In dem folgenden Vodcast spricht unser Experte Prof. Roland Schmitt über die Wichtigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit bei chronischer Hyperkaliämie.8
Eine weitere zentrale Hürde im Hyperkaliämie-Management ist die korrekte Bestimmung des Serumkaliumspiegels. Fehler bei der Blutentnahme oder im Probenhandling können zu einer sogenannten Pseudohyperkaliämie führen. Diese ist definiert als eine Differenz von > 0,4 mmol/l zwischen Serum- und Plasmakalium.9 Fehler bei der Blutentnahme oder beim Probenhandling können die Kaliumwerte durch Hämolyse oder eine veränderte Aktivität der Kalium-Natrium-Pumpe verfälschen.10–13
Auch die Dokumentation ist eine wichtige Hürde, denn sie bildet die Grundlage für Therapieentscheidungen und die interdisziplinäre Abstimmung. Unvollständige Angaben oder fehlende Verlaufsdaten können die Behandlung erschweren und zu Fehlentscheidungen führen. Zentral ist die korrekte Kodierung der Hyperkaliämie mit dem ICD-10-Code E87.5, da die Kombination aus Verschlüsselung und klar formulierter Diagnose („Hyperkaliämie“) sicherstellt, dass die Indikation eindeutig nachvollziehbar ist – insbesondere bei Abgleichen mit Krankenkassen im Rahmen von Verordnungen. Eine strukturierte Dokumentation der Kaliumwerte, der Medikation und des klinischen Zustands ist somit essenziell, um Verläufe korrekt zu bewerten und die Versorgung über Fachgrenzen hinweg zu sichern.