Multimorbide Patient:innen mit kardiorenalen Erkrankungen wie einer chronischen Nierenkrankheit (CKD), Herzinsuffizienz (HI), Hypertonie oder Diabetes mellitus, die eine Therapie mit Renin-Angiotensin-Aldosteron-System-Inhibitoren (RAASi) erhalten und eine ausgiebige Schmerzbehandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) benötigen, gehören zum Alltag jeder hausärztlichen Praxis. Oft sitzen genau diese Patient:innen regelmäßig vor Ihnen, sei es zur Blutdruckkontrolle, zum Check-up oder zur Medikationsanalyse. Zwar ist die Zusammensetzung der Patient:innen in der Praxis täglich unterschiedlich, doch gewisse Grunderkrankungen und Medikamentenkombinationen können trotzdem zum gleichen Problem führen: Hyperkaliämie.1,2
Genau aus diesem Grund lohnt es sich, den Kaliumwert genauer zu betrachten, denn hier entscheidet nicht nur der Wert über eine frühzeitige Diagnose, sondern auch die akkurate Messung.
Ein erhöhter Kaliumwert im Laborbefund kann klinisch bedeutsam sein, muss es aber nicht. Die "echte" Hyperkaliämie weist auf eine tatsächliche Erhöhung des extrazellulären Kaliums im Blut hin, die beispielsweise durch eine eingeschränkte renale Ausscheidung, eine exzessive Zufuhr oder den Austritt von Kalium aus der Zelle verursacht werden kann.3 Die Pseudohyperkaliämie entsteht dagegen durch technische oder präanalytische Fehler. Häufige Ursachen sind beispielsweise Hämolyse bei der Blutabnahme oder die Verwendung ungeeigneter Blutentnahmeröhrchen. Auch zu langes Schütteln der Probe oder das Abstehen kann zu verfälschten Kaliumwerten führen.4
Für die korrekte Kaliummessung gibt es einige Tipps und Hinweise, die bei der Diagnosestellung einer „echten” Hyperkaliämie herangezogen werden können. Im folgenden Video von der diesjährigen KaliumKompakt-Veranstaltung werden diese von unserem Experten Prof. Schettler im Detail erklärt.
Den vollständigen Artikel zum Video finden Sie hier.
Für alle, die gerne lesen, hier einmal die wichtigsten Do‘s und Dont’s im Überblick.
Tabelle 1: Dos und Dont's der Kaliummessung zur Vermeidung einer Hyperkaliämie. Modifiziert nach 5–8.
Do‘s
Dont‘s
Um den Kaliumwert zuverlässig beurteilen zu können, ist mehr erforderlich als nur ein Blick aufs Laborblatt. Gerade bei Patient:innen mit mehreren Risikofaktoren lohnt es sich, kritisch zu hinterfragen, ob ein erhöhter Wert tatsächlich behandlungsbedürftig ist oder ob eine Pseudohyperkaliämie vorliegt.
Damit Sie und Ihr Team im Praxisalltag schnell und sicher handeln können, finden Sie hier eine Hilfestellung zur Kaliummessung zum Herunterladen.
Mit klaren Abläufen und einem geschulten Blick lassen sich unnötige Behandlungen vermeiden, sodass Ihre Patient:innen von einer zielgerichteten, sicheren Versorgung profitieren.