Die chronische Nierenkrankheit kann häufig gemeinsam mit Erkrankungen wie Typ‑2‑Diabetes oder Herzinsuffizienz auftreten und ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Oft verursacht sie lange Zeit keine Beschwerden. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnostik besonders wichtig.1 Auch Medizinische Fachangestellte übernehmen im Rahmen des UACR-Screenings wichtige Aufgaben, angefangen bei der korrekten Urinprobengewinnung bis hin zur Organisation und Vorbereitung von Verlaufskontrollen.
Neben der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) spielt dabei die Bestimmung des Verhältnisses von Albumin zu Kreatinin im Urin (UACR) eine wichtige Rolle. Die UACR dient dabei als früher Maker einer Nierenschädigung, da sie bereits Hinweise auf eine Belastung der Nieren liefern kann, bevor klinische Symptome auftreten oder sich die eGFR deutlich verschlechtert. Für die sichere Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung sind zwei auffällige Messungen im Abstand von mindestens drei Monaten notwendig.1
Die Bestimmung der UACR kann auf zwei Arten erfolgen: Auf das Vorhandensein einer Albuminurie wird mithilfe eines UACR-Teststreifens getestet, während die Verlaufskontrolle bei positivem Befund im Labor stattfinden sollte.
UACR‑Teststreifen sind leicht anzuwenden und liefern schnell ein Ergebnis. So kann der Befund direkt mit der Patientin oder dem Patienten besprochen und bei Bedarf zeitnah eine weitere Abklärung oder Behandlung angestoßen werden. Für die Verlaufskontrolle sind Teststreifen jedoch nicht geeignet, da sie nur ungefähre Werte liefern und störanfälliger sind. Bei einem auffälligen Ergebnis sollte die UACR deshalb im Labor quantitativ bestimmt werden. Diese Messung ist genauer und erlaubt eine zuverlässige Beurteilung im Verlauf. Mikroalbuminteststreifen, wie zum Beispiel klassische Micral‑Tests, können für die UACR‑Bestimmung nicht verwendet werden.
Damit die UACR-Bestimmung aussagekräftige Ergebnisse liefert, sollten typische Fehlerquellen vermieden werden. Zu den häufigsten Stolpersteinen können zählen:
Wichtig sind eine richtige Lagerung der Teststreifen, sauberes Arbeiten ohne Verunreinigungen und ein Blick auf das Verfallsdatum. Nur so lassen sich verlässliche und aussagekräftige Messwerte erzielen.
Abbildung 1: Handhabung UACR-TeststreifenAm besten eignet sich frischer Morgenurin, der möglichst innerhalb von zwei Stunden untersucht wird. Ist das nicht möglich, kann die Probe vorübergehend in einem dunklen, gut verschlossenen Behälter im Kühlschrank bei etwa 4 °C aufbewahrt werden. Bei der Arbeit mit UACR‑Teststreifen sollten die Herstellerangaben zur Eintauch‑ und Ablesezeit genau eingehalten werden. Wird zu früh oder zu spät abgelesen, kann das Ergebnis falsch sein.
Abbildung 2: Beispiel einer korrekten Anwendung der UACR-Teststreifen
Werden all diese Punkte sorgfältig berücksichtigt, steht einer erfolgreichen Testung nichts mehr im Weg und es kann ein wertvoller Beitrag zur Früherkennung der chronischen Nierenkrankheit geleistet werden.