In der Therapie der morbiden Adipositas (BMI ab 40 kg/m²) spielt die Chirurgie eine wichtige Rolle.1 Wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind oder langfristig keinen ausreichenden Erfolg versprechen, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein.1
In diesem Beitrag unserer Reihe „Adipositas-Therapien im Check“ steht die Schlauchmagen-Operation (Sleeve-Gastrektomie – SG) im Mittelpunkt. Sie hat sich in den letzten Jahren als Standardverfahren in der Adipositas-Chirurgie etabliert und wird sowohl als eigenständige Operation als auch als erster Schritt in einem mehrstufigen Therapiekonzept eingesetzt.2
Bei der Schlauchmagen-OP wird der Magen entlang der großen Kurvatur zu einem schmalen, schlauchförmigen Restmagen umgeformt (s. Abbildung 1).2,3 Dabei werden etwa 75 Prozent des Magens entfernt, wodurch auch die Produktion des appetitanregenden Hormons Ghrelin reduziert wird.4,5 Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass der Magenfundus entfernt wird, in dem der Großteil der Ghrelin-Produktion stattfindet.6 Der verbleibende Magenschlauch hat ein Volumen von etwa 100 bis 120 Millilitern.3 Dadurch wird die aufnehmbare Nahrungsmenge deutlich reduziert, gleichzeitig sinkt das Hungergefühl.4
Abb. 1: Schematische Darstellung eines Schlauchmagens. Übernommen aus der „Patientenleitlinie Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“.3
Im Gegensatz zu malabsorptiven Verfahren wie dem Magenbypass ist die Nährstoffaufnahme weniger beeinträchtigt.3 Zudem bleibt der Magenpförtner (Pylorus) erhalten.3 Das Risiko einer beschleunigten Entleerung des Mageninhalts in den Dünndarm (Dumping-Syndrom) ist gering.3
Die Schlauchmagen-Operation eignet sich in der Regel für Erwachsene mit einem Body-Mass-Index (BMI) ≥ 40 kg/m² oder einem BMI ≥ 35 kg/m² bei gleichzeitig bestehenden Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, arterieller Hypertonie oder Schlafapnoe.2
Auch bei sehr hohen BMI-Werten über 60 kg/m² gilt der Eingriff als technisch sicher durchführbar.3 Darüber hinaus kann der Schlauchmagen als Erstschritt einer mehrphasigen chirurgischen Therapie eingesetzt werden, um eine spätere Umwandlung in andere Verfahren, etwa einen Roux-en-Y- oder Omega-Loop-Magenbypass, zu ermöglichen.2
Die Datenlage zur Schlauchmagen-Operation ist gut.2 Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien und systematischen Übersichtsarbeiten zeigen:
Wie jeder chirurgische Eingriff ist auch die Schlauchmagen-OP mit Risiken verbunden. Der Eingriff ist invasiv und erfordert eine sorgfältige Indikationsstellung, Aufklärung und Nachsorge. Nicht alle Betroffenen sind für eine Operation geeignet oder bereit. Medizinische Kontraindikationen, psychische Belastungen oder der Wunsch nach einer weniger invasiven Behandlung können gegen einen chirurgischen Eingriff sprechen.2 Zu den möglichen Komplikationen zählen:
Für Patientinnen und Patienten, bei denen ein chirurgischer Eingriff nicht angezeigt oder gewünscht ist, kann formoline L112 eine sinnvolle Ergänzung im Gewichtsmanagement darstellen. Die Wirksamkeit bei der Gewichtsreduktion ist durch randomisierte kontrollierte Studien belegt.7 Die Anwendung von formoline L112 ist nicht invasiv und kann bereits ab einem BMI von 25 kg/m² empfohlen werden.8 Auch im Rahmen einer geplanten bariatrischen Operation kann eine moderate Gewichtsabnahme im Vorfeld medizinisch wünschenswert sein, um das Operationsrisiko zu senken.9 formoline L112 kann hier helfen, das Gewicht schrittweise zu reduzieren und so eine bessere Ausgangslage für den Eingriff zu schaffen.
Sie möchten mehr über die verschiedenen Adipositas-Therapien erfahren? Dann lesen Sie hier den ersten Beitrag unserer Beitragsreihe.
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