Paraproteine sind monoklonale Immunglobuline und/oder Freie Leichtketten (FLC), die von entarteten Plasmazellen im Knochenmark gebildet werden. Die Überproduktion strukturell identischer Paraproteine verschiebt dabei die physiologisch polyklonale Zusammensetzung der Immunglobuline bzw. der FLC zugunsten eines zunehmend monoklonalen Musters.1
Die klinische Bedeutung eines Paraproteins hängt weniger von seiner Konzentration ab, sondern viel mehr von seinen individuellen biochemischen Eigenschaften, wie der Interaktion mit zellulären und extrazellulären Zielstrukturen sowie der Neigung zu Aggregation oder Fehlfaltung.1 Häufig treten die Symptome erst im fortgeschrittenen Stadium auf, wenn die klonale Plasmazellinfiltration des Knochenmarks zunimmt. So können beispielsweise bei einer AL-Amyloidose die monoklonalen, fehlgefalteten FLCs als Amyloidfibrillen im Gewebe abgelagert werden und mit steigender Konzentration dieser Ablagerungen Organfunktionsstörungen bis hin zu Organversagen verursachen.2
Paraproteine dienen daher als wichtiger Marker für eine frühe Diagnose, Risikostratifizierung und Verlaufskontrolle einer Monoklonalen Gammopathie (MG). Zu testende Laborparameter sind zunächst eine Kombination aus Serumtests: 3
Bei Verdacht auf AL-Amyloidose oder eine MG mit vorwiegender Leichtkettenausscheidung sollte zusätzlich eine 24h-Urin-IFE erfolgen.3
Um das mögliche Fortschreiten einer Monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) zu einer Monoklonalen Gammopathie klinischer Signifikanz (MGCS) oder zu einer anderen Form der MG erfassen zu können, ist die Verlaufskontrolle von außerordentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MG. So kann etwa ein möglicher Progress zum Multiplen Myelom (MM) frühzeitig festgestellt werden, um rechtzeitig mit entsprechenden therapeutischen Maßnahmen behandelt werden zu können.4
Abkürzungsverzeichnis:
Referenzen: