Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, hat sich als Ernährungsstrategie in der Adipositas-Behandlung etabliert.1 Es bietet einen zeitlich klar strukturierten Ansatz, der sowohl beim 16:8- als auch beim 5:2-Fasten unterschiedliche Spielräume eröffnet und sich somit an verschiedene Lebensrealitäten anpassen lässt. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Methoden, und wie lässt sich Intervallfasten vor dem Hintergrund der aktuellen Studienlage leitliniengerecht einordnen?
Intervallfasten beschreibt Ernährungsweisen, bei denen die Nahrungsaufnahme bewusst auf bestimmte Zeitfenster oder Tage beschränkt wird. Die S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas definiert Intervallfasten als das gezielte, längerfristige und regelmäßige Auslassen von Mahlzeiten nach einem festen chronologischen Muster.1 Zu den am häufigsten angewendeten Varianten zählen die zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme (Time-restricted Eating), etwa in Form des 16:8-Fastens, sowie das 5:2-Fasten (Alternate Day Fasting).1
Beim 16:8-Fasten wird die tägliche Nahrungsaufnahme auf ein Zeitfenster von acht Stunden begrenzt, während in den verbleibenden 16 Stunden gefastet wird.1
Das 5:2-Fasten zeichnet sich durch eine klare Wochenstruktur aus: An fünf Tagen wird normal, ausgewogen gegessen, während an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen die Energiezufuhr deutlich reduziert wird (etwa 25 % der üblichen Energieaufnahme; ca. 500 kcal).1
Ein 2021 veröffentlichter Cochrane Review untersuchte die Effekte intermittierender Fastenstrategien bei Erwachsenen mit Übergewicht und Adipositas.2 Dabei wurden unterschiedliche Formen des Intervallfastens, darunter das 5:2-Fasten sowie zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme (z. B. die 16:8-Methode), gemeinsam analysiert.2 Im Vergleich zu einer ad-libitum-Ernährung, also eine Ernährung nach Belieben, zeigte sich kurzfristig bis mittelfristig (über 3 bis 6 Monate) eine signifikante Gewichtsreduktion. Im Vergleich zu einer kontinuierlichen Kalorienrestriktion ohne zeitliche Begrenzung waren die Effekte auf das Körpergewicht und kardiometabolische Risikofaktoren vergleichbar.1,2
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse aus dem Jahr 2020, die sich ausschließlich auf die zeitlich beschränkte Nahrungsaufnahme fokussierte, zeigte ebenfalls einen positiven Einfluss auf das Körpergewicht.3 In die Analyse wurden randomisierte kontrollierte Studien sowie Beobachtungsstudien mit einer Dauer von 4 bis 8 Wochen eingeschlossen, an denen überwiegend erwachsene Personen mit Übergewicht oder Adipositas teilnahmen und die tägliche Fastenintervalle von 12 bis 20 Stunden einhielten.3 Bereits innerhalb dieser kurzen Studiendauer ließ sich eine signifikante Reduktion des Körpergewichts nachweisen.1,3
Die S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas erkennt die Bedeutung strukturierter Essmuster ausdrücklich an. Nach ihr können Ernährungskonzepte mit unterschiedlicher zeitlicher Verteilung der Nahrungsaufnahme zur Vermeidung einer ungesunden Gewichtszunahme empfohlen werden.1 Somit stellt Intervallfasten – etwa in Form des 16:8- oder 5:2-Fastens – eine leitlinienkonforme, individualisierbare Option innerhalb der Adipositas-Therapie dar. Ein möglicher Vorteil besteht darin, dass mit Intervallfasten vergleichbare Effekte wie bei einer kontinuierlichen Kalorienrestriktion erzielt werden können, dabei jedoch ein alternativer struktureller Rahmen zur Erreichung einer negativen Energiebilanz geboten wird.2,3,4
Intervallfasten kann den Einstieg in eine negative Energiebilanz erleichtern. Allein ist es jedoch kein Wundermittel: Für langfristige Erfolge sind eine strukturierte Umsetzung und eine ausgewogene Ernährung in den Essenszeiten entscheidend.4 Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Patientinnen und Patienten bei der Umsetzung der 16:8-Methode unterstützen können – und bleiben Sie dran: In Zukunft werden auch alltagstaugliche Tipps zur Umsetzung der 5:2-Methode vorgestellt.
Referenzen: