Das metabolische Syndrom beschreibt eine Kombination aus viszeraler Adipositas, Hypertonie, Hyperglykämie und Dyslipidämie.1 Durch das metabolische Syndrom ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und andere Folgeerkrankungen deutlich erhöht.2 Bisherige Therapieansätze kombinieren Lebensstilmaßnahmen mit gezielter Behandlung einzelner Faktoren, doch eine Therapie, die alle Komponenten gleichzeitig adressiert, fehlt.2,3
Polyglucosamin L112 ist ein Medizinprodukt natürlichen Ursprungs, welches im Magen-Darm-Trakt Fette bindet: In saurem Milieu bindet L112 Lipide und andere Nahrungsbestandteile und bildet stabile Komplexe, die im Dünndarm nicht mehr resorbiert werden können.3,4 Gleichzeitig entsteht ein viskoses Gel, das die Fettresorption weiter einschränkt.3
Die dadurch verminderte Aufnahme von Fettkalorien kann zu einer Reduktion von Körper- und viszeralem Fett führen und damit indirekt Insulinresistenz, Blutzucker- und Cholesterinwerte verbessern.3
Eine aktuelle Subgruppenanalyse untersuchte nun erstmals, ob sich die bislang beschriebenen Effekte auf Körpergewicht, Insulinresistenz und Cholesterinwerte auch bei Personen mit metabolischem Syndrom zeigen und das Präparat so zu einem potenziellen Kandidaten für dessen Behandlung machen könnten.3
In der aktuellen Untersuchung wurde die Wirksamkeit von Polyglucosamin L112 erstmals gezielt bei Patientinnen und Patienten mit metabolischem Syndrom geprüft.3 Eine Subgruppe von 26 Teilnehmenden (8 Männer, 18 Frauen; Durchschnittsalter 55 ± 11,3 Jahre; BMI 31,1 ± 1,35 kg/m²) wurde aus einer größeren randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie ausgewertet.3,5 Die Probandinnen und Probanden folgten über drei Monate einer Diät und erhielten zusätzlich entweder zweimal täglich Polyglucosamin L112 (3 g/Tag; n=14) oder Placebo (n=12).3,5
Primärer Endpunkt der Studie war die Veränderung des Körpergewichts. Sekundäre Endpunkte umfassten Veränderungen im Lipidprofil, Glukosespiegel, der Insulinresistenz, der Körperzusammensetzung, des Blutdrucks, der Plasmaspiegel von Vitaminen (A, E, D3, K1) sowie Marker oxidativen Stresses.3
Nach drei Monaten Behandlung zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen:
Polyglucosamin L112 beeinflusste in kurzer Zeit kardiometabolische Risikofaktoren, die in Verbindung mit dem metabolischen Syndrom stehen wie Gewicht, Fettverteilung und Insulinsensitivität.3 Die Forscherinnen und Forscher weisen darauf hin, dass die kurze Behandlungsdauer von drei Monaten und die geringe Teilnehmerzahl vermutlich dazu führte, dass nicht alle potenziellen Effekte von L112 signifikant nachweisbar waren, auch wenn sich positive Tendenzen zeigten.3 Langfristige Studien mit größeren Patientengruppen sind nötig, um die beobachteten Ergebnisse weiter zu bestätigen.3
Die vollständige Studie finden Sie hier.
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