Lebererkrankungen zählen zu den häufigsten chronischen Krankheiten weltweit und ihre Prävalenz steigt stetig.1 Besonders die sogenannten Steatohepatitiden, also entzündliche Fettlebererkrankungen, nehmen deutlich zu.1 Zwei Formen stehen dabei hier im Fokus: die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH) und die alkoholassoziierte Lebererkrankung (ALD). Beide können zu Leberzirrhose, Leberversagen und hepatozellulärem Karzinom führen - unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Ursache und damit auch in der Behandlung.2,3 Wir geben Ihnen hier einen Überblick über beide Erkrankungen, damit Sie die Unterschiede besser verstehen und ihre Bedeutung für die Diagnose, Therapie und Prävention einordnen können.
Obwohl die Ursachen verschieden sind, zeigen beide Erkrankungen ähnliche klinische Stadien und histologische Bilder: Fettleber, Entzündung, Zellschädigung und fibrotische Umbauprozesse.2,3
MASH
ALD
Ursache
Metabolisches Syndrom, Adipositas, Insulinresistenz2
Chronischer Alkoholkonsum5
Verlauf
Langsam progredient, häufig unbemerkt und symptomlos7
In frühen Stadien oft symptomlos
Verlauf nicht zwangsläufig linear, abhängig von Faktoren wie Alkoholmenge, Komorbiditäten5
Symptome
Müdigkeit, Schmerzen im rechten Oberbrauch, Abgeschlagenheit2
Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen5
Histologie
Fettleber mit ballonierten Hepatozyten, Mallory-Denk-Körpern, lobulärer Entzündung8
Ähnliche Befunde, teils stärkere neutrophile Infiltrate, perizentrale Fibrose, Mallory-Denk-Körper5
Diagnostik
Bildgebung (Ultraschall, Elastografie), Labor (ALT, AST), FIB-4, Biopsie8, Ausschluss anderer Ursachen (insb. Alkohol)
Alkohol-Anamnese, Bildgebung (Ultraschall, Elastografie), Labor
(ALT, AST, γ-GT↑, CDT↑, ), Biopsie5
Therapie
Gewichtsreduktion, Bewegung, Diät, evtl. medikamentöse Therapie8,9
Alkoholabstinenz, Ernährungsaufbau, Psychosoziale & Suchttherapie, evtl. Kortikosteroide bei alkoholischer Hepatitis, Lebertransplantation5
Prognose
Reversibel in Frühstadien, Fortschreiten möglich bis Zirrhose und hepatozelluläres Karzinom
Mortalitätsrisiko steigt mit zunehmendem Fibrose-Stadium7,8
Reversibel in Frühstadien, aber abhängig von Abstinenz; Alkoholrezidiv stark prognoserelevant5
Da MASH und ALD histologisch kaum zu unterscheiden sind, ist die Anamnese entscheidend.Die neu eingeführte Bezeichnung metALD (metabolic dysfunction-associated alcohol-related liver disease) beschreibt eine Mischform, bei der sowohl metabolische Risikofaktoren als auch ein mäßiger, aber relevanter Alkoholkonsum zur Leberschädigung beitragen. Nach der aktuellen EASL–EASD–EASO-Guideline (2024) liegt metALD vor, wenn der Alkoholkonsum zwischen etwa 20–50 g/Tag bei Frauen bzw. 30–60 g/Tag bei Männern liegt – also oberhalb des für MASLD tolerierten Bereichs, aber unterhalb der Schwelle, ab der eine reine ALD angenommen wird.10 Diese Kombination aus metabolischer Dysfunktion und Alkohol stellt einen wichtigen Verstärkungsfaktor für die Krankheitsprogression dar: Bereits geringe Alkoholmengen können die durch Stoffwechselstörungen vorgeschädigte Leber zusätzlich belasten und den Krankheitsverlauf erschweren 11 Gerade bei der metALD ist daher eine präzise Anamnese und interdisziplinäre Betreuung wichtig, um beide Ursachen - Stoffwechsel und Alkohol - gezielt zu behandeln und den Krankheitsverlauf zu bremsen.
Gleicher Schaden, verschiedene Ursachen - genau darin liegt die diagnostische Herausforderung. Während sich MASH und ALD unter dem Mikroskop ähneln, entscheidet letztlich die Anamnese über die richtige Diagnose. Nur wenn klar ist, ob Stoffwechsel, Alkohol oder beides die Leber belasten, kann die Therapie gezielt ansetzen und ein Fortschreiten der Krankheit(en) verhindert werden.
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