Martha* weiß, dass sich etwas ändern und sie ihre Liebe zur Gartenarbeit wieder finden muss. Doch wie? Martha ist eine 70-jährige Rentnerin mit grünem Daumen und großer Leidenschaft für Rosen. Den Sommer wollte sie in ihrem Garten genießen. Doch dieses Jahr ist alles anders. Unerträgliche Schmerzen im Bein (VAS-Skala 8) machen es ihr unmöglich, die Rosen zu pflegen.
Martha leidet seit 15 Jahren an Diabetes mellitus Typ 1. Ihr Arzt** hat vor einigen Monaten eine Polyneuropathie diagnostiziert. Martha hat einen BMI von 35. Die Adipositas hat ihre Beweglichkeit eingeschränkt und ihre Schmerzen verschlimmert.
So wie Martha ergeht es vielen Betroffenen. Diabetische Polyneuropathie ist die häufigste Komorbidität bei Diabetes mellitus und tritt vor allem im Alter nach langer Diabeteserkrankung, unzureichender Blutzuckereinstellung oder starkem Tabak- und Alkoholkonsum auf.1,2
Die Zahl der Menschen mit diabetischer Polyneuropathie steigt immer weiter an. Laut einer in The Lancet Neurology veröffentlichten Studie litten 2021 weltweit über 200 Millionen Menschen an dieser Erkrankung.3 Betroffene erleben nicht nur Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen, sondern auch neuropathische Schmerzen. Auch das Tragen von Socken kann aufgrund von mechanischer Allodynie Beschwerden verursachen.3,4
Um ihre Schmerzen zu lindern, stellte der Hausarzt Martha auf retardiertes Pregabalin ein.
Die Pregabalin-Retardtabletten haben eine längere Wirkungsdauer als schnellfreisetzende Formulierungen, die zwei Mal täglich eingenommen werden. Martha musste die Retardtablette nur 1x täglich nach dem Abendessen einnehmen.5 Neben den geringeren Wirkungsschwankungen vs. der 2x täglichen Gabe kann die 1x tägliche Einnahme von retardiertem Pregabalin dazu beitragen, die Therapieadhärenz zu verbessern.6
Martha fühlte sich wie ein neuer Mensch. Sie hatte unter der schmerzhaften Polyneuropathie sehr gelitten. Doch dank der angepassten Medikation und eines gesünderen Lebensstils kann Martha ihr Leben nun wieder mehr genießen und ihrer Leidenschaft für das Gärtnern nachgehen.
Neuropathische Schmerzen im Griff: DGN-Leitlinien- und Schmerzmanagement-Empfehlungen im Überblick1,7
Therapiestufe
Wirkstoffe
Einsatzgebiet
Besonderheiten
1. Wahl
Pregabalin/ Gabapentin (Antikonvulsivum)
Periphere und zentrale neuropathische Schmerzen/Periphere neuropathische Schmerzen
Trizyklische Antidepressiva (TZA) z. B. Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin, Imipramin
Neuropathische Schmerzen jeglicher Genese
Duloxetin (SSNRI)
Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie
2. Wahl
Lidocain-5 %-Pflaster
Postherpetischer/ postzosterischer Neuralgie mit dynamischer Allodynie und lokalisierten neuropathischen Schmerzen
Capsaicin-8 %-Pflaster
Neuropathische Schmerzen jeglicher Ursache
3. Wahl
Langwirksame Opioide (LAO)
Starke neuropathische Schmerzen, wenn Erst- und Zweitlinienmedikation versagt oder kontraindiziert
Ähnliche Empfehlungen bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie entsprechend der DGN zum Einsatz von Duloxetin, Amitriptylin/TZA, Pregabalin und Gabapentin geben auch internationale Leitlinien wie die NICE-Guideline und die EFNS-Guidelines.8,9
Fußnoten:
* fiktive Patientin
** fiktiver Arzt
Referenzen: