9,5 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig, 5,9 % sogar adipös. Übergewicht, das in der Kindheit entsteht, wird häufig ins Erwachsenenalter mitgenommen. Das kann zu weitreichenden gesundheitlichen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, orthopädischen Beschwerden und Depressionen führen.1
Damit stellt kindliches Übergewicht nicht nur ein individuelles Gesundheitsrisiko dar, sondern auch eine erhebliche gesundheitspolitische Herausforderung. Die Bundesministerien für Gesundheit (BMG) und für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) nehmen diese Entwicklung seit Jahren verstärkt in den Fokus – unter anderem im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM.1,2
Adipositas im Kindesalter entsteht selten aus einem einzigen Grund. Neben der genetischen Veranlagung spielen auch Ernährungs- und Bewegungsverhalten eine Rolle, welche durch zahlreiche weitere Einflussfaktoren geprägt werden:1,3
Ein rein verhaltensorientierter Präventionsansatz greift zu kurz, denn entscheidend ist ein ganzheitlicher Blick auf die Lebenswelt des Kindes.
Für die Praxis ergibt sich daraus eine komplexe, aber auch zentrale Rolle: Betroffene Familien müssen frühzeitig erreicht, empathisch beraten und mit passenden Ressourcen unterstützt werden, möglichst ohne Schuldzuweisung oder Stigmatisierung.
Damit Sie Ihre Patienten und Patientinnen bestens beraten können, haben wir für Sie die wichtigsten Informationen zusammengestellt:
Um die Beratung im Praxisalltag zu erleichtern, steht eine neue Broschüre des Robert Koch-Instituts mit ausgewählten Kennzahlen aus dem AdiMon-Indikatorensystem zur Verfügung.3 Sie bündelt bevölkerungsweite Daten zur kindlichen Adipositas und stellt wichtige Einflussfaktoren kompakt dar – von Ernährung und Bewegung bis zu Umwelteinflüssen. Die Broschüre eignet sich als unterstützendes Material zur Elternaufklärung, etwa im Rahmen von U-Untersuchungen, in der pädiatrischen Praxis oder in Ernährungs- und Bewegungssprechstunden. Sie hilft dabei, das Thema sachlich zu vermitteln, zentrale Risikofaktoren einzuordnen sowie familiennahe Lösungen zu entwickeln.
Ideal zum Weiterempfehlen und in leicht verständlicher Form aufbereitet unterstützt die Elterninformation des DGKJ betroffene Eltern:
Jetzt hier informieren
Ärztinnen und Ärzte spielen eine zentrale Rolle bei der frühzeitigen Erkennung und umfassenden Betreuung adipöser Kinder und Jugendlicher. Die evidenzbasierte S3‑Leitlinie betont, dass eine wirksame Therapie möglich ist, insbesondere wenn sie frühzeitig beginnt und Familie sowie Umfeld aktiv einbezogen werden. Dieser Leitfaden liefert eine strukturierte, faktenbasierte Grundlage für die ärztliche Versorgung, die sowohl individuelle Therapiestrategien als auch Verhältnisprävention umfasst. Der Leitfaden für Ärzte und Ärztinnen enthält entscheidende Bausteine für einen nachhaltigen Erfolg in der Bekämpfung kindlicher Adipositas.
Informieren, teilen, helfen! Laden Sie hier den Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte herunter:
Referenzen: