Mythen und Unwahrheiten in Bezug auf Erkrankungen sind häufig weit verbreitet – auch zu Prostatakrebs. Damit Sie Fake News zum Prostatakarzinom im Patientengespräch informiert begegnen können, haben wir einen Überblick über 5 häufige Mythen erstellt:
Falsch! Es ist zwar richtig, dass eine Prostatakrebszelle vermehrt Prostata-spezifisches Antigen (PSA) abgibt und ein erhöhter PSA-Wert damit auf ein Karzinom hindeuten kann.1 Es gibt neben einer Prostatakrebserkrankung jedoch weitere Ursachen, die zu einem erhöhten PSA-Wert führen können, wie beispielsweise eine Infektion oder gutartige Vergrößerung der Prostata.1
Dennoch ist die PSA-Bestimmung ein wichtiges Element für die frühzeitige Erkennung eines Prostatakarzinoms und kann von Männern ab 45 im Rahmen der Prostatakrebsvorsorge in Anspruch genommen werden.2
Falsch! Zwar kann der PSA-Wert durch den erhöhten mechanischen Druck während des Fahrradfahrens kurzzeitig ansteigen, dies führt jedoch nicht zur Entstehung von Prostatakrebszellen.1,3 Daher wird empfohlen kurz vor der PSA-Bestimmung keine langen Fahrradfahrten durchzuführen.
Unklar! Die Datenlage ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht eindeutig. Eine prospektive US-amerikanische Studie mit 31.925 Teilnehmern zeigte, dass Männer, die im Erwachsenenalter eine höhere Ejakulationsfrequenz angaben, seltener an Prostatakrebs erkrankten.4 Eine spanische Studie mit 456 Prostatakrebs-Patienten und 427 Kontrollteilnehmern deutete ebenfalls auf den protektiven Effekt einer hohen Ejakulationsfrequenz hin.5 Eine Metaanalyse, die 22 Studien berücksichtigte, gab zudem Hinweise darauf, dass eine moderate Ejakulationshäufigkeit mit einem signifikant niedrigeren Risiko auf die Entwicklung von Prostatakrebs assoziiert sein könnte.6 Im Umkehrschluss stufte eine weitere Metaanalyse sexuelle Dysfunktion als potenziellen Risikofaktor für Prostatakrebs ein.7 Die Deutsche Krebshilfe kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass sich häufiger Geschlechtsverkehr nicht auf die Entstehung von Prostatakrebs auswirkt.8 Schlussendlich konnte bisher kein kausaler Zusammenhang zwischen sexueller Aktivität und Prostatakrebs nachgewiesen werden.
Falsch! Eine Probenentnahme aus der Prostata fördert weder den Prostatakrebs selbst noch die Metastasenbildung.9 Mittels einer Biopsie kann eine Prostatakrebserkrankung sicher diagnostiziert und das Karzinom anschließend behandelt werden.9
Stimmt nicht! Es gibt keine Evidenz, dass ein bestimmter Ernährungsstil den Verlauf von Prostatakrebs verlangsamen oder dessen Entstehung verhindern kann. Die S3-Leitlinie empfiehlt eine gesunde Gewichtskontrolle, etwa durch eine überwiegend pflanzliche Ernährung sowie eine Reduktion von Zucker und Transfetten. Diese Empfehlungen sind jedoch allgemein und gelten auch für andere Bereiche wie die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vereinzelt gab es Hinweise darauf, dass bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. So wurde beispielsweise beobachtet, dass Lycopin, ein in Tomaten enthaltenes Antioxidans mit entzündungshemmenden Eigenschaften, das Wachstum von Tumoren beim Prostatakarzinom möglicherweise hemmt.10 Ähnliches wurde auch für grünen Tee berichtet: Eine japanische Studie gab Hinweise darauf, dass der Konsum von grünem Tee mit einem reduzierten Erkrankungsrisiko für Prostatakarzinome im fortgeschrittenen Stadium assoziiert ist.11 In erster Linie sollten Krebspatienten laut dem deutschen Krebsinformationsdienst auf eine ausgewogene Ernährung achten, um den Körper mit genügend Energie zu versorgen.12
Eine Studie von 2019 untersuchte, inwieweit die sozialen Medien zur Verbreitung solcher Fake News beitragen.13 Dazu werteten die Autoren 50 englischsprachige, häufig geteilte Beiträge über Prostatakrebs, PSA-Tests sowie zum Blasen-, Nieren- und Hodenkrebs auf verschiedenen Plattformen (Facebook, Twitter, Pinterest und Reddit) aus und analysierten ihre fachliche Richtigkeit.13 Nach Überprüfung wurden die Beiträge als korrekt, inkorrekt oder irreführend klassifiziert.13
Das Ergebnis: der Großteil der Beiträge zu Prostatakrebs war inkorrekt oder irreführend (7/10).13 Die Beiträge waren damit häufiger ungenau als bei anderen untersuchten Krebsarten (Blasenkrebs: 2/10, Nierenkrebs: 3/10, Hodenkrebs: 2/10).13 Inkorrekte und irreführende Beiträge wurden bis zu 28-Mal häufiger geteilt als korrekte Beiträge.13 Zudem wurden Beiträge über Prostatakrebs auf allen sozialen Medien gegenüber Beiträgen über PSA-Tests, Blasen-, Nieren- und Hodenkrebs am häufigsten geteilt.13
Mythen und Unwahrheiten über Prostatakrebs sind weitverbreitet und werden Ihnen im Patientengespräch vermutlich früher oder später begegnen. Es ist wichtig, den Sorgen und Ängsten von Patienten und Angehörigen sachlich und informiert zu begegnen. Zudem ist es hilfreich, auf vertrauenswürdige Quellen hinzuweisen, welche die Hintergründe von Krebsmythen beleuchten. Beispiele sind die Websites der Prostata Hilfe Deutschland und des Krebsinformationsdienstes.
Links in diesem Beitrag leiten Sie auf Inhalte Dritter weiter. Die Astellas Pharma GmbH hat diese externen Inhalte nicht überprüft und ist für sie nicht verantwortlich.
Referenzen
MAT-DE-NON-2023-00334 | Erstellt Dezember 2025