Tim Knoop ist Leiter einer Kölner Hausarztpraxis – und hat in Sachen Abrechnung einige Hühnchen mit der KBV zu rupfen. Im Rahmen unserer Aktion „Mach gesund, was dich gesund macht“ haben wir seine Kritik an die KBV weitergegeben und sie aufgefordert, dazu Stellung zu beziehen. Die Rückmeldung lässt jedoch zu wünschen übrig. Lest selbst:
„Die KBV setzt sich seit Jahren in unterschiedlichen Bereichen aktiv für einen effektiven Abbau der Bürokratie in Arztpraxen ein. Dies umfasst selbstverständlich insbesondere die Regelungsbereiche, in denen die KBV selbst direkt als Verhandlungspartnerin eingebunden ist. Bei der Verhandlung von Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und Regelungen des Bundesmantelvertrags achten wir darauf, dass bestehende Bürokratie abgebaut und neue Regelungen so unbürokratisch wie möglich gestaltet werden. So hat die KBV durchgesetzt, dass der G-BA bei jedem Beschluss ausweisen muss, welcher bürokratische Aufwand für Ärzte und Psychotherapeuten ausgelöst wird. Um die bestehende Bürokratie zu reduzieren, konnte im G-BA beispielsweise erreicht werden, dass bei der Heilmittelverordnung die Regelfallsystematik und die Genehmigungspflicht für Verordnungen außerhalb des Regelfalls abgeschafft wurden. Auf bundesmantelvertraglicher Ebene setzt sich die KBV derzeit in Verhandlungen dafür ein, dass die Antragsformulare für die Psychotherapie deutlich verschlankt und in ein digitales Verfahren überführt werden. Da in diesem Fall zusätzlich eine gesetzliche Regelung erforderlich ist, damit das geplante digitale Antragsverfahren umgesetzt werden kann, hat die KBV sich mit diesem Thema auch an den Gesetzgeber gewandt.
Bei dem Maßnahmenkatalog der KBV zum Bürokratieabbau handelt es sich um eine Forderungsliste für den Bundesgesetzgeber. In allen hier berührten Themenbereichen setzt sich die KBV seit Jahren auf untergesetzlicher Ebene für den Abbau von Bürokratie ein. Bestimmte Anpassungen, wie z. B. die Abschaffung des Konsiliarberichts für Patienten mit ärztlicher Überweisung, müssen aber im Gesetz festgelegt werden, bevor eine entsprechende Anpassung der Richtlinie und des Bundesmantelvertrags erfolgen kann. Ein Entbürokratisierungs-Gesetz des Bundesgesundheitsministeriums wurde zwar mehrfach angekündigt, aber bisher nicht umgesetzt.
Auch bei der Abrechnung setzt sich die KBV für den Abbau von unnötigen Belastungen ein. So fordern wir eine Verschlankung der Abrechnungsprüfungen. Die aktuelle Prüfpraxis, die neben der Prüfung durch die Kassenärztliche Vereinigung zusätzlich Prüfungen der Krankenkassen vorsieht, verursacht bei den Praxen einen unverhältnismäßig hohen Aufwand ohne erkenntlichen Nutzen.
Hinzu kommt die Forderung nach der Abschaffung der Budgets auch im fachärztlichen Bereich, für die sich die KBV seit Jahren stark macht. Derzeit werden 13 Prozent der fachärztlichen Leistungen nicht vergütet. Wir fordern, dass jede zweckmäßige, wirtschaftliche und notwendige medizinische Leistung vollständig vergütet wird.“
Welche Punkte keine Erwähnung finden und was Hausärzte wie Tim Knoop sich von der KBV wünschen, erfahrt ihr im Video.