Beim Asthma bronchiale (kurz: Asthma) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Durch eine Überempfindlichkeit der Bronchien kommt es zu einer Entzündungsreaktion mit Anschwellen der Bronchialschleimhaut und einer vermehrten Schleimproduktion. Bei einem akuten Asthmaanfall tritt zusätzlich eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus) auf. Dadurch werden die Atemwege verengt, sodass die eingeatmete Luft schlechter abgeatmet werden kann. Typische Beschwerden wie Husten, Atemnot und ein pfeifendes Atemgeräusch entstehen. Die Symptome können spontan wieder abklingen oder durch eine medikamentöse Behandlung gelindert werden.1Auslöser für die Überempfindlichkeit der Bronchien können verschiedene Faktoren sein. Häufig liegt ein allergisches Asthma zugrunde, bei dem beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare Beschwerden auslösen. Daneben existiert das nicht-allergische Asthma, bei dem unter anderem Atemwegsinfekte, Nasenpolypen, eine Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit oder andere Unverträglichkeiten eine Rolle spielen.2
In Deutschland waren im Jahr 2019 etwa 8 % der Erwachsenen von Asthma betroffen. Frauen erkrankten dabei häufiger als Männer (9,1 % vs. 7,0 %). Zwischen 2009 und 2019 nahm die Häufigkeit von Asthma bei Erwachsenen insgesamt deutlich zu.3
Zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Asthma zählen unter anderem:4
Insbesondere Übergewicht und Adipositas stellen einen relevanten Risikofaktor für die Entwicklung und den Verlauf von Asthma dar.4
Mehrere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Körpergewicht und einem gesteigerten Risiko für die Entstehung von Asthma. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Kohortenstudien konnte zeigen, dass ein erhöhtes Körpergewicht mit einem erhöhten Asthmarisiko verbunden ist. Demnach steigt das Risiko für Asthma mit jeder Zunahme des BMI um 5 kg/m² um etwa 32 %. Auch ein größerer Bauchumfang wird mit einem erhöhten Asthmarisiko assoziiert.4
Die zugrunde liegenden Mechanismen sind vielfältig.
Asthma kann sich durch wechselnde und häufig anfallartig auftretende Beschwerden äußern. Bei Patientinnen und Patienten mit Adipositas können sich die Symptome jedoch teilweise überlagern oder verstärkt auftreten, da auch das erhöhte Körpergewicht die Atemmechanik beeinflusst.5
Typische Symptome sind:1
Da Adipositas auch ohne begleitende Atemwegserkrankung respiratorische Symptome verursachen kann, kann die Abgrenzung zu Asthma im klinischen Alltag erschwert sein.5
Die Behandlung des Asthmas basiert auf einem ganzheitlichen Therapiekonzept, das medikamentöse Maßnahmen mit präventiven und nicht-medikamentösen Strategien kombiniert.
Zu den Maßnahmen gehören z. B.:6
Die medikamentöse Therapie erfolgt stufenweise und wird an die Asthmakontrolle angepasst. Inhalative Corticosteroide (ICS) sind die Basis der Langzeittherapie; je nach Stufe kommen weitere Wirkstoffe hinzu, darunter langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA) in Fixkombination mit ICS.6
Bei einem akuten Asthmaanfall sollen kurzwirkende Beta-2-Sympathomimetika (SABA) als Bedarfsmedikation eingesetzt werden. Bei schweren oder lebensbedrohlichen Anfällen empfiehlt die Leitlinie zusätzlich systemische Corticosteroide; diese sollen bevorzugt oral gegeben werden, oder intravenös, wenn eine orale Gabe nicht möglich ist.6
Bei Patientinnen und Patienten mit Adipositas und Asthma sollte das Gewichtsmanagement Bestandteil eines umfassenden Therapiekonzepts sein. Gewichtsreduktion kann zu einer Verbesserung der Asthmakontrolle, der Lungenfunktion und der Lebensqualität beitragen.5
Adipositas stellt einen wichtigen Risikofaktor für die Entstehung und Verschlechterung von Asthma dar. Durch mechanische Einschränkungen der Lungenfunktion sowie chronisch-entzündliche Prozesse kann Übergewicht die Symptomlast erhöhen und die Therapie erschweren. Ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das neben der medikamentösen Asthmatherapie auch Gewichtsreduktion, Bewegung, gesunde Ernährung und Patientenschulungen umfasst, kann damit wesentlich zur Verbesserung der Asthmakontrolle beitragen.
Die Venen leiden mit: Im letzten Beitrag unserer Reihe zeigen wir, wie Übergewicht das Risiko für Veneninsuffizienz beeinflusst.
Referenzen: