Nach Debatten und Protesten hat der Bundestag das umstrittene GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz mit 319 Ja-Stimmen beschlossen. Opposition und Gesundheitsberufler wehren sich lautstark.
Das umstrittene GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz war heute Thema einer emotional geführten Bundestagsdebatte. Die Opposition hatte aufgrund zahlreicher Änderungen Eilanträge gestellt, die abgelehnt wurden (wir berichteten). Die namentliche Abstimmung fand heute nach Forderung der Opposition statt. Auch den Bundesrat hat das Gesetz passiert.
Die namentliche Abstimmung ergab 319 Ja-, 286 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen. Während der Abstimmung demonstrierten Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen vor dem Bundestag. Die Debatte dauerte knapp 2 Stunden. Die Wortmeldungen reichten von scharfer Kritik der Opposition bis zur Verteidigung durch Regierungsvertreter.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verteidigte das Gesetz als sorgfältig vorbereitet und beschrieb die legislativen Anpassungen als Bestandteil demokratischer Prozesse. Sie sprach von einem „Paradigmenwechsel“, verwies auf finanzielle Entwicklungen: „Ausgaben steigen doppelt so stark wie die Einnahmen bei den GKVen“. Warken zufolge erhalten Krankenhäuser „nun mehr Beinfreiheit“.
Die parlamentarische Auseinandersetzung zeigt somit ein geteiltes Bild: Regierung und SPD sahen das Gesetz als notwendige Maßnahme zur Stabilisierung der GKV; Oppositionsparteien und Teile der Gesundheitsberufe äußerten deutliche Kritik und warnten vor Versorgungs- und Belastungsfolgen.
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