Dass Sport und Bewegung die Gesundheit erhalten und fördern, ist keine neue Erkenntnis. Dennoch sind die Menschen in Deutschland nicht sonderlich aktiv, nur 26-29 % der Erwachsenen erfüllen die WHO-Empfehlung von 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche. Dabei sind Bewegungsmangel und Inaktivität der vierthäufigste Risikofaktor für globale Mortalität.1
Das gilt ebenso für Menschen, die auf eine parenterale Ernährung angewiesen sind. Bewegung ist auch bei parenteraler Ernährung möglich: Obwohl Infusionszeiten den Alltag beeinflussen, können Patient:innen mobil bleiben und durch körperliche Aktivität Lebensqualität sowie Muskelaufbau unterstützen. 2,3
Dabei lohnt sich ein Mix aus Ausdauer und Kraft, und schon kleine Schritte wie kurze Spaziergänge an der frischen Luft oder das bewusste Treppensteigen können positive Auswirkungen haben. Besonders wertvoll: Körperliche Aktivität kann dazu beitragen, die Nebenwirkungen von begleitenden Chemo- oder antihormonellen Therapien zu reduzieren.2
Hier geht es nicht um Leistungssport, sondern um eine individuelle Anpassung an die eigene Tagesform. Treppensteigen in den eigenen vier Wänden oder ein Spaziergang im Park können positive Auswirkungen auf den Verlauf der Erkrankung haben.
Dass Bewegung wichtig ist, belegen aktuelle Leitlinien: Unterstützen Sie Ihre Patient:innen begleitend zur Chemo‑ oder antihormonellen Therapie, indem Sie regelmäßige körperliche Aktivität aktiv empfehlen. Die S3‑Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient:innen“ empfiehlt Ärzt:innen, Bewegung als unterstützende Maßnahme in die Behandlung zu integrieren, da sie zur Milderung therapieassoziierter Beschwerden beitragen und die körperliche Funktionsfähigkeit unter der Therapie unterstützen kann. Empfohlen wird eine individuell angepasste Bewegung ohne feste zeitliche Vorgaben, mit dem Ziel, funktionelle Einschränkungen, Inaktivität sowie körperlichen Leistungsabbau während der Behandlung zu vermeiden.2 Ergänzend beschreibt die ESPEN Practical Guideline „Clinical Nutrition in Cancer“ körperliche Aktivität als zentralen Bestandteil der supportiven Therapie zur Milderung der tumor‑ und therapieassoziierten Fatigue und zur Vorbeugung körperlicher Erschöpfung und funktionellen Abbaus.3
Noch inspirierender wird es, wenn man echte Alltagswege sieht:
In einer Patientengeschichte berichtet Peter Helfrich davon, wie er parenterale Ernährung in seinen (fast) normalen Alltag integriert und dabei aktiv bleibt. Mithilfe einer tragbaren Infusionspumpe in einem Rucksack kann er die parenterale Ernährung auch während der Infusionszeit mobil handhaben und bleibt dadurch flexibel im Alltag. Er beschreibt außerdem, dass er regelmäßig schwimmen, wandern und Rad fahren geht und trotz parenteraler Ernährung grundsätzlich sportlich aktiv sein kann, solange er seine individuelle Belastbarkeit berücksichtigt.4
Solche Beispiele zeigen, dass moderne Therapielösungen, wie diskrete Rucksacksysteme den Freiraum schaffen, der für ein aktiveres Leben benötigt wird.
Binden Sie Ihre Patient:innen aktiv in die Gestaltung ihrer Therapie ein und ermutigen Sie sie, Bewegung als Werkzeug zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und Kontrolle zu nutzen. Indem Patient:innen ihre Behandlung bewusst in den Alltag integrieren, können sie eine aktivere Rolle im eigenen Krankheitsmanagement einnehmen und Handlungsspielräume zurückgewinnen. Parenterale Ernährung liefert dabei weit mehr als nur Nährstoffe: Sie stellt die notwendigen Ressourcen bereit, die es Patient:innen ermöglichen, mobil zu bleiben, aktiv zu sein und der fremdbestimmenden Erfahrung einer Erkrankung gezielt entgegenzuwirken.
Bildquelle: KI-generiert
Freigabenummer: DCH-CN00-260010
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