Anhand ihrer Knochen konnten perimortale Frakturen ihre Todesursache klären: ein Sturz aus größerer Höhe, wahrscheinlich von einem hohen Baum.1 Neben frakturierten Knochen führt ein solches Ereignis zu schweren Organschäden. Heutzutage wäre Lucy mit ihren Sturzverletzungen wohl eine kritisch kranke Patientin, die intensivmedizinisch versorgt werden müsste.
Zwar haben Lucys Verletzungen zum Tod geführt, doch wie hat sich der menschliche Körper und sein Stoffwechsel in der Zeit zwischen Lucy und heute angepasst, um mit kritischen Erkrankungen umzugehen? Welche Rolle spielen diese Stoffwechselanpassungen für die ernährungsmedizinische Versorgung?
Als Reaktion auf kritische Erkrankungen, wie Lucys Polytrauma nach Sturz aus großer Höhe, vollzieht der menschliche Körper im Erkrankungsverlauf dynamische metabolische Veränderungen, die teils selbst im Laufe der Evolution gut erhalten geblieben sind und in unterschiedliche Phasen eingeteilt werden können.2,3
Metabolische Charakteristika:
Der Organismus priorisiert kurzfristig die Sicherstellung der Energieversorgung lebenswichtiger Organe – exogene Substratzufuhr kann diesen Prozess nur begrenzt beeinflussen.
oder
Die Ernährungstherapie kritisch kranker Patient:innen auf der Intensivstation sollte sich am metabolischen Zustand und Krankheitsverlauf orientieren. Die aktuellen Leitlinien der DGEM und ESPEN „Klinische Ernährung in der Intensivmedizin“ betonen daher die Notwendigkeit einer individualisierten, phasenadaptieren Ernährung.2,4
Frühe Akutphase:2,4
Rolle der parenteralen Ernährung (PN)
Späte Akutphase:2,4
Postakutphase:2,4
Chronische Phase:2,4
Blicken wir zurück auf Lucy und ihren Sturz vor über drei Millionen Jahren als Puzzleteil einer evolutionären Adaptation: Der menschliche Organismus reagiert auf Homöostasestörungen durch Stress, Erkrankung oder Traumata mit Anpassungen des Stoffwechsels, um möglichst das Überleben zu sichern.3 Diese Strategien der Evolution wirken bis heute nach – und stellen spezielle Anforderungen an die intensivmedizinische Ernährungstherapie.
Die phasengerechte Ernährung kritisch kranker Patient:innen stellt einen zentralen Baustein moderner Intensivmedizin dar. Die aktuellen DGEM- und ESPEN-Leitlinien unterstreichen, dass eine individualisierte, metabolisch adaptierte Strategie entscheidend ist, um Komplikationen zu vermeiden und die Genesung zu fördern.2,4
Referenzen:
Bildquelle: KI-generiert
Freigabenummer: DCH-CN16-260008