Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat ihren aktuellen Jahresbericht „Organspende und Transplantation in Deutschland 2025“ veröffentlicht.1 Der inzwischen 31. Bericht bietet einen umfassenden Überblick über das Organspendegeschehen in Deutschland. Dabei bildet er den gesamten Prozess der Organspende ab: von der ersten Kontaktaufnahme einer Klinik mit der DSO bis hin zur Transplantation in den Transplantationszentren.
Eine der wichtigsten Neuerungen im aktuellen Bericht sind detaillierte Auswertungen nach Altersgruppen. Sie zeigen deutlich: Eine feste Altersgrenze für die Organspende gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr die individuelle medizinische Eignung der Organe, die vor jeder Transplantation sorgfältig geprüft wird. Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass das mediane Alter kontinuierlich ansteigt. Im Jahr 2025 lag es bei 59 Jahren. Mit zunehmendem Alter sinkt zwar im Durchschnitt die Anzahl der gespendeten Organe pro Spender*in, dennoch leisten auch ältere Spender*innen einen wichtigen Beitrag. So war der älteste Organspender im Berichtsjahr 91 Jahre alt.
Die Zahl der realisierten Organspender ist im Jahr 2025 leicht gestiegen und lag bundesweit bei 985. Auch die Gesamtzahl der transplantierten Organe zeigt eine positive Entwicklung: Mit 3.997 transplantierten Organen wurde der höchste Wert der letzten Jahre erreicht (2024: 3.701). Der Großteil der transplantierten Organe stammte weiterhin aus postmortalen Spenden (3.256; 81,5 Prozent), während 741 Organe (18,5 Prozent) im Rahmen einer Lebendspende übertragen wurden.
Wie in den Vorjahren war die Niere auch 2025 das am häufigsten transplantierte Organ. Insgesamt wurden 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2024: 2.075). Rund 30 Prozent davon stammten aus Lebendspenden.
Trotz dieser Entwicklung bleibt der Bedarf hoch und übersteigt weiterhin die Zahl der verfügbaren Organe: Im Jahr 2025 wurden 2.644 Patient*innen neu oder erneut auf die Warteliste für eine Nierentransplantation aufgenommen.
Trotz steigender Transplantationszahlen bleibt die Diskrepanz zwischen Bedarf und verfügbaren Organen bestehen. Zum Stichtag am 31.12.2025 standen 9.783 Patient*innen auf der Warteliste. 6.237 galten davon als transplantabel. 3.078 Personen wurden im Laufe des Jahres von der Warteliste abgemeldet – darunter 2.266 nach Transplantation, 522 aus sonstigen Gründen und 290 infolge ihre Todes. Der Jahresbericht macht damit erneut deutlich, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und eine persönliche Entscheidung zu treffen: Nach wie vor hat nur eine Minderheit der Bevölkerung ihren Willen zur Organspende dokumentiert. Bundesweit wurde in 2025 nur in 35,5 Prozent der Fälle eine eigene Entscheidung der Verstorbenen festgestellt, während in 64,5 Prozent der Fälle die Angehörigen entschieden.
Ausführliche Zahlen und Fakten, weitere Informationen über die Strukturen und Partner der DSO sowie vielfältige Unterstützungsangebote für Kliniken und Privatpersonen finden Sie im DSO-Jahresbericht 2025.
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