Lisa Sommer ist 29 Jahre alt und stellt sich in deiner allgemeinmedizinischen Praxis vor. Sie klagt über einen anhaltenden Reizhusten. Wie würdest du vorgehen?
Vorerkrankungen sind nicht bekannt. Bisher hat Frau Sommer pflanzliche Schleimlöser getestet, allerdings ohne Erfolg. Andere Medikamente werden nicht eingenommen.
Du entscheidest dich im nächsten Schritt, die Patientin zu untersuchen.
Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen kannst du dir hier anschauen:
Sowohl Röntgenbild als auch Labor zeigen keinen wegweisenden Befund. Auch die Lungenfunktion ist unauffällig. Allerdings kann im Methacholintest eine bronchiale Hyperreaktivität nachgewiesen werden. Damit bestätigt sich die Verdachtsdiagnose des Cough-Variant-Asthma.
Das Cough-Variant-Asthma, kurz CVA, ist eine Sonderform des Asthma bronchiale, die als einziges Symptom einen trockenen chronischen Husten aufweist. Es kann in allen Altersklassen auftreten, kommt jedoch am häufigsten bei Kindern und jungen Erwachsenen vor.
Die Ätiologie ähnelt der des klassischen Asthmas. Personen, die unter CVA leiden, haben häufig ein erhöhtes Risiko Allergien zu entwickeln. Zu den typischen exogenen Auslösern zählen z.B. Atemwegsinfekte.
Leitsymptom ist ein trockener, unproduktiver Husten, der häufig nachts auftritt und über mindestens zwei Monate anhält. Im Vergleich zu anderen Asthmaformen fehlen die typischen Symptome wie Atemnot und Giemen. Auch die Lungenfunktion ist nicht beeinträchtigt.
Zusammen mit Frau Sommer besprichst du das weitere Vorgehen und die Ziele der Therapie. Ihr ist es besonders wichtig, ihre Schlafqualität wieder herzustellen und sie ist erleichtert, dass ein Bronchialkarzinom ausgeschlossen ist.
Frau Sommer ist zunächst skeptisch gegenüber einer Kortikoidtherapie, lässt sich aber nach Aufklärung über die geringe systemische Wirkung der ICS überzeugen. Du schulst sie in der korrekten Anwendung des Inhalators und vereinbarst einen Kontrolltermin.
Nach 14 Tagen stellt sich die Patientin erneut in der Praxis vor. Die Hustenattacken sind bereits nach einer Woche deutlich rückläufig gewesen. In den letzten Nächten konnte Frau Sommer endlich wieder durchschlafen. Du besprichst mit ihr das konsequente Meiden möglicher Trigger (z.B. Rauchen) und eine perspektivische Dosisreduktion bzw. das Ausschleichen des ICS bei dauerhafter Beschwerdefreiheit.