Eine Mono-Immuntherapie kam längere Zeit nur für Patienten mit gutem Allgemeinzustand und hohem PD-L1-Status in Frage. Aktuellere Erkenntnisse zeigen, dass auch ältere Patienten mit Komorbiditäten oder niedrigem Allgemeinzustand von Mono-Immuntherapien profitieren können.
Doch welche Faktoren sollten bei der Therapiewahl einbezogen werden? Dr. Kropf-Sanchen, Ulm, beschreibt im Interview die Herausforderungen des Praxisalltags bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC). Es gilt, zahlreiche Parameter zu beachten, so Dr. Kropf-Sanchen, und verweist dabei auf die Onkopedia Leitlinie1:
Erlaubt die Kondition des Patienten eine Chemotherapie? Die messbaren Parameter für die Therapiewahl ergänzt Dr. Kropf-Sanchen jedoch um weitere Faktoren: Zu beachten sei auch die Kognition und die soziale Struktur im Umfeld des Patienten.
Ist bei Patienten der ECOG-Status erst durch den Tumor verringert, so bestehe eine höhere Chance, mit einer Chemo-Immuntherapie eine gute Lebensqualität zu erreichen, betont Dr. Kropf-Sanchen. Auch weitere Faktoren wie die Tumorlokalisation des Primarius und die Anzahl und Größe von Metastasen spielten eine Rolle. Zudem könne die Betrachtung von geschlechterspezifischen Unterschieden relevant sein: So können Frauen ein höheres Ansprechen auf eine Chemo-Immuntherapie zeigen.
Welche Nebenwirkungen werden toleriert? Bei einer Kombination aus Chemo- und Immuntherapie treten mehr Nebenwirkungen auf. Bei jüngeren Patienten sind diese meist gut zu bewältigen, so Dr. Kropf-Sanchen. Für ältere Patienten mit Komorbiditäten sind auftretende Nebenwirkungen belastender und eher ein Grund für ein Mono-Immuntherapie. Doch unabhängig von messbaren Parametern komme es besonders auf die individuellen Patientenwünsche an.
„Längeres Überleben bei gleichzeitig guter Lebensqualität – das ist für uns der Goldstandard. Doch wie viel Einschränkung jemand bereit ist, dafür in Kauf zu nehmen, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch ganz erheblich. Das erleben wir täglich in der klinischen Praxis.“ Dr. Kropf-Sanchen, Ulm
„Längeres Überleben bei gleichzeitig guter Lebensqualität – das ist für uns der Goldstandard. Doch wie viel Einschränkung jemand bereit ist, dafür in Kauf zu nehmen, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch ganz erheblich. Das erleben wir täglich in der klinischen Praxis.“
Dr. Kropf-Sanchen, Ulm
Bei der Behandlung von NSCLC-Patienten ist sorgfältig abzuwägen, ob eine Immuntherapie allein oder in Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie zum Einsatz kommt. Mehr erfahren Sie im vollständigen Interview mit spannenden Studienergebnissen auf unserem Fachportal. Schauen Sie vorbei!
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