Strahlenschutz ist wichtig – keine Frage. Aber was wir daraus gemacht haben, ist vielerorts vor allem eines: ein bürokratisches Pflichtprogramm. Kurse, Sachkundezeiten, Fachkunde, Auffrischungen im festen Rhythmus. Für Ärzt:innen, MTR, Pflege, OP-Personal – mit leichten Variationen, aber immer demselben Muster.
Der praktische Erkenntnisgewinn dieser regelmäßigen Wiederholung ist überschaubar. Die entscheidenden Aspekte des Strahlenschutzes sind auch für die allermeisten an ein oder zwei Händen abzuzählen. Die lernt man dann nach dem (möglichst praxisnah gehaltenen Kurs) im Alltag: Abschirmung, Abstand, Routine. Sehr häufig machen es ohnehin die Experten, die MTR.
Das passiert am Arbeitsplatz, nicht im fünften identischen Auffrischungskurs. Bei den Kursen habe ich eher den Eindruck, dass es ein sehr gut skalierbares Geschäftsmodell für die Anbieter geworden ist (immerhin müssen die online-Kurse noch live gehalten werden).
Das Ergebnis ist: Hohe Kosten mal wieder für das Gesundheitssystem, Papierkram, Fristen.
Auf ein normales Maß runterschrauben wäre angezeigt: Ein Kurs, ein paar wenige Praxisstunden gerne, dass man die Arbeit auch mal wirklich sieht, die da nach einer Röntgenthorax Anmeldung passiert. Hin und wieder eine Fortbildungsstunde, z.b. als abendliche online-Fortbildungen, die es ja inzwischen in Hülle und Fülle in guter Qualität und oft kostenlos gibt.
Gibt ja ohnehin Fortbildungspunkte für verschiedene Themen (z.b. Rettungsdienst-Punkte neben den normalen ärztlichen Fortbildungspunkten, könnte man ja Strahlenschutz mit einbauen mit angemessen-überschauberem(!) Anteil. Das reicht dann aber auch, ist meine Meinung.