Self-Check-in statt Warteschlange und ein Ende für die Akten-Wälzerei. Ein Hausarzt aus Bottrop nimmt uns mit in seine durchdigitalisierte Praxis – und erklärt, warum der echte Mehrwert unsichtbar bleibt.
So eine Digitalisierung bringt natürlich auch Kosten mit sich. Im Schnitt zahlen Einzelpraxen jährlich rund 7.000 €, Berufsausübungsgemeinschaften rund 15.000 € für ihre IT-Infrastruktur und MVZ sogar deutlich mehr. Das muss man sich leisten können. Neben den eigenen Investitionen kommt Unterstützung z. B. über die monatliche TI-Pauschale der Krankenkassen sowie über KfW-Digitalisierungskredite und Länderprogramme wie Digitalboni.
Eine komplette Digitalisierung wird von den wenigsten Arztpraxen angestrebt. Besonders gefragt ist aber eine sinnvolle Auswahl an Tools, die im Alltag wirklich entlasten. Wie das für Sami Gabers Praxis aussieht, zeigt er im Video. Genau in solchen Tools liegt auch die Hoffnung auf Bürokratieabbau: Laut KBV könnten vereinheitlichte, digital ausfüllbare Formulare Praxen bundesweit Zeit zurückgeben. Vorausgesetzt, Schnittstellen funktionieren, Arbeitsabläufe sind in Fleisch und Blut übergegangen – und Daten müssen nicht doppelt und dreifach erfasst werden.
Im Rahmen der Digitalisierung wird auch über Datensicherheit für Praxis und Patient diskutiert. Seit Januar 2025 ist die elektronische Patientenakte für gesetzlich Versicherte automatisch angelegt, sollten sie nicht widersprechen. Diese Entwicklung ordnen einige Datenschützer und Patientenvertreter sowie Ärzte wegen der Sensibilität der Gesundheitsdaten kritisch ein.
Bildquelle: Nano Banana 2