INTERVIEW | Viele Patienten befürchten Muskelschäden durch die Einnahme von Statinen. Tatsächliche Myopathien sind aber eine Rarität. Wie ihr richtig differenziert und wann die Alarmglocken läuten sollten.
Statine gehören seit Jahrzehnten zur Basistherapie der kardiovaskulären Prävention und sind in ihrer Wirksamkeit zur LDL-Senkung sowie zur Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse gut belegt. Trotz klarer Evidenz führen muskuläre Beschwerden in der Praxis jedoch immer wieder zu Verunsicherung – sowohl bei Patienten als auch bei Behandelnden – und nicht selten zum vorzeitigen Absetzen der Therapie.
Dabei ist eine echte, klinisch relevante Myopathie selten. Umso wichtiger ist die differenzierte Einordnung von Myalgien, Erhöhungen der Creatinkinase und potenziellen Risikofaktoren sowie ein strukturiertes Vorgehen bei Verdacht auf statinassoziierte Muskelbeschwerden. Welche Befunde tatsächlich Anlass zur Sorge geben und wie sich die Therapie in vielen Fällen durch Dosisanpassung oder Präparatwechsel erfolgreich fortführen lässt, erläutert Prof. Helmar C. Lehmann im Interview.
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