Selten und variantenreich: Schweißdrüsenkarzinome präsentieren sich nicht wirklich einheitlich. Eine erste Leitlinie verspricht jetzt Orientierung für Diagnostik, Therapie und Nachsorge.
Schweißdrüsenkarzinome sind seltene maligne Tumoren, die von ekkrinen oder apokrinen Schweißdrüsen ausgehen. Die genaue Ätiologie ist unklar. Risikofaktoren sind chronische Entzündungen oder vorbestehende benigne Schweißdrüsentumoren. Klinisch zeigen sich meist langsam wachsende, oft derbe oder noduläre Läsionen, häufig an Kopf, Nacken oder Extremitäten. Ulzerationen oder ein rasches Größenwachstum können erste Hinweise auf die Malignität sein. Primär wird die chirurgische Exzision mit Sicherheitsabstand angestrebt, doch auch adjuvante Verfahren wie Radiotherapie können erwogen werden. Da Schweißdrüsenkarzinome selten sind, fehlt es bislang noch an evidenzbasierten, einheitlichen Therapiekonzepten.
Die neue S1-Leitlinie zur standardisierten Diagnostik, Therapie und Nachbehandlung der mehr als 20 Entitäten soll dazu beitragen, den Wissensstand der behandelnden Ärzte zu verbessern, fortlaufend zu aktualisieren und damit die Versorgung von Patienten mit diesen Erkrankungen zu optimieren. Im Interview mit Prof. Mirjana Ziemer sprechen wir über den aktuellen Kenntnisstand zu Epidemiologie, Einteilung, Ätiopathogenese und bringen euch in puncto Diagnostik, Therapie und Nachsorge auf den neuesten Stand.
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