Auf das dauernde Einschmieren mit Sonnencreme hat doch wirklich keiner Lust. Könnte Vitamin B3 uns das zukünftig ersparen? Unsere Dermatologin erklärt.
Nicotinamid, die Amidform von Vitamin B3, wird seit einigen Jahren als mögliche ergänzende Maßnahme zur Prävention von weißem Hautkrebs diskutiert. Weißer Hautkrebs umfasst vor allem das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom und stellt weltweit die häufigste Form maligner Hauttumoren dar. Zur Prävalenz des nichtmelanozytären Hautkrebs liegen nur Schätzungen vor, jedoch handelt es sich vermutlich um den häufigsten Hautkrebs des Menschen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen eine hohe UV-Strahlung sowie eine Immunsuppression.
Nicotinamid unterstützt die Reparatur UV-bedingter DNA-Schäden und kann die UV-induzierte Immunsuppression reduzieren. Klinisch relevant wurden diese Effekte erstmals durch eine randomisierte Studie, die 2015 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde: Bei Hochrisikopatienten traten unter einer Einnahme von zweimal täglich 500 mg Nicotinamid über zwölf Monate insgesamt 23 % weniger neue Hautkrebserkrankungen auf. Der protektive Effekt bestand allerdings nur während der Einnahme. Nicotinamid gilt als gut verträglich, frei verfügbar und kostengünstig. Es ersetzt jedoch weder konsequenten UV-Schutz noch die Behandlung aktinischer Keratosen oder die regelmäßige Hautkrebsvorsorge.
Bildquelle: Gemini