Bleibt eine Endometriose undiagnostiziert, liegt nicht nur ein langer Leidensweg vor der Patientin – die Schmerzen können sich sogar chronifizieren. Dabei würde eine frühe Diagnose auch Behandler entlasten.
Als Endometriose wird das Vorkommen von endometriumähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle bezeichnet. Das ektope Gewebe ist genau wie das Endometrium der Gebärmutterhöhle abhängig von den Hormonwirkungen im Rahmen des weiblichen Zyklus. Schätzungen zufolge leiden etwa 10 % der gebärfähigen Frauen und bis zu 30 % aller Frauen unter Endometriose. Etwa zwei Drittel der Betroffenen weisen Symptome auf. Die Erkrankung manifestiert sich vorwiegend zwischen dem 36. und 46. Lebensjahr. Eine familiäre Häufung lässt sich beobachten.
Bei Verdacht auf Endometriose sollte immer eine ausführliche allgemeine und gynäkologische Anamnese erfolgen, bei der insbesondere auch Voroperationen zu erfragen sind. Weiterhin gehören eine Untersuchung mit Spekulum sowie eine bimanuelle und rektale Palpation zur Standarddiagnostik. Mittels transvaginalem Ultraschall können ein vergrößerter Uterus oder Endometriome erkannt werden. Als Zusatzdiagnostik bzw. speziell bei V.a. Adenomyosis uteri kann weiterhin die Durchführung einer MRT hilfreich sein. Der Goldstandard zur Diagnosesicherung ist der histologische Nachweis, bei dem eine Gewebeprobe laparoskopisch aus den potenziellen Endometrioseherden entnommen wird.
Zur aktualisierten S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Endometriose kommt ihr hier.
Die erwähnten aktuellen Studien findet ihr hier und hier.
Ihr wollt praktische Einblicke? Unser HowTo zur Endometriose-OP findet ihr hier.
Bildquelle: Nano Banana