Krankheitslast und Handlungsdruck sind hoch: Die aktualisierte Leitlinie zur kardiovaskulären Prävention rückt evidenzbasierte Beratung in den Mittelpunkt – und grenzt klar ab, wo Eingriffe mehr schaden als nützen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind – laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes – wenngleich mit deutlich rückläufiger Tendenz, die führende Todesursache in Deutschland. Sie sind mit erheblichen individuellen Krankheitsfolgen verbunden und verursachen zudem hohe gesellschaftliche Krankheitskosten. Zu den wichtigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit hoher Public Health Relevanz zählen die koronare Herzkrankheit, der Herzinfarkt und der Schlaganfall. Die Primärprävention dieser Erkrankungen genießt international und national eine hohe Priorität.
Hier setzt die aktualisierte Leitlinie an: Die Beratung von Patienten und die gemeinsame Entscheidungsfindung mit Ärzten soll so unterstützt werden, dass beide Seiten auf Basis der besten verfügbaren Evidenz zwischen verschiedenen Optionen abwägen können. Zentral ist dabei, die individuellen behandlungsrelevanten Bedürfnisse und Präferenzen des Patienten ernst zu nehmen – und gleichzeitig Überdiagnostik sowie unnötige Therapien bei niedrigen kardiovaskulären Risiken zu vermeiden. Entscheidend ist deshalb, frühzeitig diejenigen zu identifizieren, die tatsächlich ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko haben. Nur so lässt sich gemeinsam ein sinnvoller Plan zur Risikoreduktion erstellen – mit dem Ziel, Erkrankungs- und Sterberaten durch kardiovaskuläre Leiden nachhaltig zu senken.
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