GOLDIE | Frühe Anämiediagnostik, weniger Blutverlust und den gezielten Einsatz von Blutprodukten: Patient Blood Management verbessert den Umgang mit Bluttransfusionen. So macht ihr’s richtig.
Patient Blood Management, kurz PBM, ist ein Konzept zur Prävention und Behandlung von Anämien, zur Vermeidung eines perioperativen Blutverlusts und zum rationalen Einsatz von allogenen Blutprodukten. Die eingedeutschte Bezeichnung ist „Patienten-individualisierte Hämotherapie“, diese wird jedoch selten verwendet.
Das Patient Blood Management soll als interdisziplinäres, patientenzentriertes Konzept eine Steigerung der Patientensicherheit bei operativen Eingriffen fördern. Es stützt sich auf drei Säulen: Erkennung und Therapie einer ggf. vorhandenen Anämie, Minimierung des Blutverlustes und Nutzung fremdblutsparender Maßnahmen und rationaler Einsatz von Blutkonserven.
Die Einführung eines PBM ist verbunden mit:
Die Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit 2010 dazu angehalten, die Implementierung von PBM zu unterstützen (hier). Um dies zu ermöglichen, bedarf es einer interdisziplinären Zusammenarbeit und gewissen strukturellen, administrativen und budgetären Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem. 2014 wurde das Deutsche Patient Blood Management Netzwerk am Universitätsklinkum Frankfurt, 2016 das Europäische und 2017 das Weltweite PBM-Netzwerk gegründet. Diese bieten Kliniken eine Plattform der Zusammenarbeit und eine Beratung zur Umsetzung der PBM-Maßnahmen (z. B. in Form von kostenfreien Schulungen).
Bildquelle: DocCheck