Warum bleibt die überwältigende Mehrheit der Menschen mit Adipositas ohne adäquate Behandlung, obwohl das therapeutische Arsenal so groß ist wie nie zuvor? In dieser CME-Fortbildung lernst du, Adipositas als chronische Erkrankung des Gehirns zu verstehen, strukturiert zu diagnostizieren und mit einem breiten evidenzbasierten Therapiespektrum gezielt zu behandeln. Du erfährst, wie Gewichtsstigmatisierung auch in der Arztpraxis Betroffene daran hindert, Hilfe zu suchen, wie du das Thema Adipositas mit patientenzentrierter People-First-Language ansprichst und welche komplexen biologischen, psychischen und sozialen Mechanismen hinter der Erkrankung stehen. Darüber hinaus lernst du, warum der BMI als alleiniger Diagnoseparameter bei Adipositas nicht ausreicht und welche ergänzenden Werkzeuge wie das Edmonton Obesity Staging System eine differenziertere Therapieentscheidung ermöglichen.
Was dich in der Fortbildung erwartet:Du lernst, Taillenumfang, Waist-to-Height-Ratio und FIB-4-Score für eine differenzierte Risikoeinschätzung bei Adipositas einzusetzen, digitale Gesundheitsanwendungen für Adipositas korrekt zu verordnen und ihren Stellenwert in der multimodalen Basistherapie einzuordnen sowie Indikationen für Inkretin-basierte Therapien und bariatrische Verfahren bei Adipositas leitliniengerecht zu stellen und Patienten realistisch über Wirksamkeit und Langzeiterwartungen aufzuklären. Darüber hinaus erhältst du praxisnahe Einblicke in die strukturierte Langzeitbetreuung im Rahmen des DMP Adipositas und lernst, als kompetenter Lotse für deine Patienten von der Diagnose über die Therapieauswahl bis zur dauerhaften Begleitung aufgestellt zu sein.