Massive Regelblutungen sind oft weit mehr als ein gynäkologisches Problem. Sie können das Leitsymptom einer tieferliegenden systemischen Gerinnungsstörung sein, die ohne gezielte Diagnostik jahrelang unentdeckt bleibt. In dieser CME-Fortbildung lernst du, wie du eine unerkannte Blutungsneigung bei Patientinnen mit massiver Menstruationsblutung frühzeitig identifizierst, validierte Scores und strukturierte Anamnese zur Diagnose von Gerinnungsstörungen gezielt einsetzt und warum eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie und Hämostasiologie entscheidend ist, um schwerwiegende Komplikationen in Schwangerschaft und Geburt zu vermeiden. Du erfährst außerdem, welche lebensbedrohlichen thrombotischen Mikroangiopathien oft erst durch hormonelle Veränderungen oder eine Gravidität ans Licht kommen und wie du ihre klinischen Zeichen sicher erkennst.
Was dich in der Fortbildung erwartet:Du lernst, die Blutungsgeschichte bei Gerinnungsstörungen strukturiert mit international anerkannten Fragebögen zu erfassen, Laborwerte bei Gerinnungsstörungen korrekt zu interpretieren und die typischen Schwankungen durch Stress, Infekte und hormonelle Einflüsse einzuordnen sowie thrombotische Mikroangiopathien in der Schwangerschaft von klassischen geburtshilflichen Komplikationen sicher zu differenzieren. Darüber hinaus erhältst du praxisnahe Einblicke in die interdisziplinäre Koordination bei seltenen Gerinnungserkrankungen und lernst, wann eine sofortige intensivmedizinische Betreuung in spezialisierten Zentren unbedingt erforderlich ist.