Die Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard).
Entsprechend der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie können je nach Beginn und Dauer folgende Formen der Perikarditis unterschieden werden:[1]
Folgende Ursachen kommen in Frage:
Eine akute Perikarditis äußert sich in Form von retrosternalen, thorakalen Schmerzen mit begleitendem Fieber. Die Schmerzen können durch forcierte Atmung und Husten verstärkt werden. Es kann eine Tachykardie bestehen. Eine chronische Perikarditis kann demgegenüber sehr diskret verlaufen und kaum Symptome verursachen.
Wichtigste Komplikation einer Perikarditis ist die Perikardtamponade durch einen Perikarderguss.
Bei fortgeschrittener Ergussbildung und Tamponade kann die Herzaktion eingeschränkt sein, dabei treten vor allem Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz auf.
Bei der Auskultation ist bei gering ausgeprägtem Erguss ein kratzendes, oberflächliches Perikardreiben zu hören - vor allen endexspiratorisch oder beim vornübergebeugten Patienten. Das Perikardreiben tritt nicht nur systolisch auf, sondern dreiphasig als "Lokomotivgeräusch":
Die Echokardiographie erlaubt den Nachweis von Erguss und Perikardverdickung.
Im EKG zeigen sich typischerweise diverse Veränderungen, z.B. nicht anatomische ST-Hebungen, Spodick-Zeichen und T-Abflachungen, die differentialdiagnostisch gegen einen Myokardinfarkt abgegrenzt werden müssen. Bei ausgeprägtem Erguss bzw. Herzbeuteltamponade sieht man auch eine Niedervoltage.
Die EKG-Veränderungen durchlaufen bei akuter Perikarditis vier zeitlich aufeinander folgende Stadien:
Im Akutstadium tritt zudem gehäuft Vorhofflimmern auf.Autor: Joshua Soeder, DocCheck, erstellt mit Inkspace; lizenziert unter CC BY-NC-SA 3.0