Der Lebenszyklus des HI-Virus beginnt mit der Bindung an eine Wirtszelle. Dabei bindet das Virus mit seinem Hüllprotein zunächst an den CD4-Rezeptor der Zielzelle (z. B. T-Helferzellen) und zusätzlich an einen Korezeptor wie CCR5.
Nach der Bindung kommt es zur Fusion der Virushülle mit der Zellmembran. Dadurch gelangt das Viruskapsid mit der viralen RNA und den viralen Enzymen in das Zytoplasma der Wirtszelle.
Im nächsten Schritt findet die Reverse Transkription statt. Das virale Enzym Reverse Transkriptase schreibt die virale RNA in DNA um. Dieser Prozess erfolgt in mehreren Schritten, bis eine vollständige virale DNA entstanden ist.
Anschliessend wird das Kapsid weiter aufgelöst (Uncoating) und die virale DNA gelangt in den Zellkern. Dort wird sie durch das Enzym Integrase in das Genom der Wirtszelle integriert. Die virale DNA wird nun als Provirus bezeichnet.
Die Wirtszelle beginnt daraufhin, mithilfe ihrer eigenen Zellmechanismen virale mRNA zu produzieren. Diese wird anschliessend im Zytoplasma in virale Proteine übersetzt (Translation).
Die neu gebildeten viralen Proteine und die virale RNA werden anschliessend zusammengebaut (Assembly).
Zum Schluss werden neue Viruspartikel aus der Zellmembran freigesetzt (Budding). Während oder nach der Freisetzung erfolgt die Reifung der Viruspartikel, wodurch sie infektiös werden und weitere Zellen infizieren können.
Flexikon-Artikel dazu: HIV
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