Links ist eine Nervenzelle dargestellt, deren Axon in einer Präsynapse endet. Dort wird der Neurotransmitter Serotonin (5-HT) gebildet. Ausgangsstoff ist die Aminosäure Tryptophan, aus der innerhalb der Nervenzelle Serotonin synthetisiert wird. Das Serotonin wird anschließend in Vesikeln gespeichert.
Wenn ein elektrischer Impuls an der Präsynapse ankommt, verschmelzen diese Vesikel mit der Zellmembran und Serotonin wird in den synaptischen Spalt freigesetzt. Der synaptische Spalt ist der kleine Raum zwischen zwei Nervenzellen. Das freigesetzte Serotonin bindet an Serotonin-Rezeptoren (5-HT-Rezeptoren) auf der Postsynapse der nächsten Nervenzelle und überträgt so das Signal.
Unter normalen Bedingungen wird ein Teil des Serotonins nach kurzer Zeit über einen Serotonin-Transporter (5-HT-Transporter) wieder in die Präsynapse zurück aufgenommen. Dieser Prozess wird Wiederaufnahme (Reuptake) genannt und beendet das Signal.
Der rechte Teil des Bildes zeigt die Wirkung eines SSRI-Medikaments.SSRI blockieren den Serotonin-Transporter in der präsynaptischen Membran. Dadurch wird die Wiederaufnahme von Serotonin gehemmt. Das Serotonin bleibt länger im synaptischen Spalt und kann häufiger an die Rezeptoren der Postsynapse binden. Dadurch wird die serotonerge Signalübertragung verstärkt.
Dieser Mechanismus wird therapeutisch genutzt, um Störungen zu behandeln, bei denen eine veränderte Serotonin-Signalübertragung eine Rolle spielt, beispielsweise Depressionen, Angststörungen oder Zwangsstörungen. SSRI erhöhen dabei nicht direkt die Produktion von Serotonin, sondern verlängern dessen Wirkung im synaptischen Spalt.
Flexikon-Artikel dazu: SSRI
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