Kammerflimmern, kurz VF, ist eine akut lebensbedrohliche Tachyarrhythmie des Herzens, bei der die Kammerfrequenz stark erhöht (>320/min) ist und die mechanische Pumpfunktion des Herzens zum Erliegen kommt. Kammerflimmern ist ein lebensbedrohlicher Notfall und erfordert eine sofortige Reanimation.
Während des Kammerflimmerns ist die Weiterleitung der elektrischen Signale im Herzen (Erregungsleitungssystem des Herzens) gestört. Die Muskelfasern des Herzens kontrahieren unkoordiniert, so dass die Blutversorgung des Körpers nicht mehr gewährleistet ist. Die Betroffenen werden bereits nach einer kurzen Zeit bewusstlos.
Das Kammerflimmern ist die am stärksten ausgeprägte Form der ventrikulären Tachykardie. Reagiert es nicht auf Therapiemaßnahmen, spricht man von einem therapierefraktären Kammerflimmern, kurz RVF.
Die Pathophysiologie des Kammerflimmerns ist komplex und bislang (2022) noch nicht vollständig geklärt. Als auslösende Faktoren kommen u.a. in Betracht:
Kammerflimmern wird mithilfe eines EKGs diagnostiziert. Der Kurvenverlauf zeigt unregelmäßige hochfrequente Flimmerwellen mit einer Frequenz von mehr als 320/min. Es sind keine einzelnen QRS-Komplexe mehr abgrenzbar. Zwischen Kammerflattern und Kammerflimmern besteht ein fließender Übergang.
Autor: Joshua Soeder, DocCheck, erstellt mit Inkspace; lizenziert unter CC BY-NC-SA 3.0