Als X-Inaktivierung bezeichnet man in der Humangenetik den epigenetischen Prozess, in dem ein X-Chromosom ganz oder weitgehend stillgelegt (inaktiviert) wird.
Die X-Inaktivierung findet in der frühen Embryogenese statt. Man geht davon aus, dass sie kurz nach der Befruchtung beginnt und nach etwa einer Woche (100-Zellstadium) abgeschlossen ist. In dieser Phase findet die X-Inaktivierung zufallsabhängig statt. Das heißt, dass mit gleicher Wahrscheinlichkeit entweder das mütterliche (Xm) oder das väterliche X-Chromosom (Xp) inaktiviert wird. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Inaktivierung abgeschlossen ist, steht diese Entscheidung für alle aus ihr hervorgehenden Zellen fest. Alle nachfolgenden Zellen werden das gleiche inaktivierte X-Chromosom aufweisen.
Autor: Marieke Brockherde, DocCheck, adaptiert von “X-inactivation”, by BioRender.com (2026); abgerufen von https://app.biorender.com/biorender-templates; lizenziert unter CC BY-NC-SA 4.0