O-Ton | Papierkurve hier, PC dort: Wenn Daten nicht einheitlich erfasst werden, wird aus einer kurzen Aufgabe schnell eine Viertelstunde, und bei Übergaben gehen wichtige Informationen verloren.
Eine Stimme aus unserer Umfrage zu bürokratischen Hürden im Gesundheitswesen:
„Ein großes Problem sind redundante Dokumentation und nicht standardisierte Datenerfassung. Für ein Konsil, das ich am PC erstelle, brauche ich zum Beispiel Gewicht und Größe, die aber nur in der Papierkurve stehen. Die Diagnosen muss ich manuell aus dem Diagnoseblatt kopieren, dann auf die Station laufen, die Kurve suchen und die Daten übertragen. So wird aus einem Konsil, das für die eigentliche Fragestellung maximal ein bis zwei Minuten dauert, schnell eine Aufgabe von 10 bis 15 Minuten. Ein Beispiel dafür, wie schlechte Digitalisierung uns ausbremst. Ähnlich ist es, wenn extern verlegt werden und etwa externe Laborwerte oder Bildgebung nicht standardisiert im System hinterlegt werden können. Betreue ich jemanden selbst, merke ich mir solche Fakten. Aber bei Übergaben oder wenn oft in Vertretung gearbeitet wird, gehen diese Informationen verloren.“
Wie erlebt ihr Medienbrüche und doppelte Dokumentation in eurem Alltag? Wo geht euch dadurch die meiste Zeit verloren, und was müsste sich ändern, damit Informationen auch bei Übergaben und Verlegungen zuverlässig ankommen?