BLOG | Krankenhäuser kochen ihr eigenes Süppchen, Fachärzte schludern beim Ausfüllen: Der elektronische Medikationsplan ist bislang mehr Stückwerk als Sicherheitsnetz. Wo wir anknüpfen müssen.
Ich mag Teamarbeit. Ich schätze es sehr, mit anderen ärztlichen Kollegen und anderem medizinischen Fachpersonal zusammenzuarbeiten. Das klappt auch im Großen und Ganzen sehr gut und ich nutze dabei auch gern die Möglichkeiten der modernen Technik wie KIM-Nachrichten, etc.
So weit, so gut. Wo es (zumindest leider bei uns) noch so gar nicht klappt, ist der elektronische Medikationsplan. Die Vision: Alle Behandler tragen ihre Medikamente in den Medikationsplan ein, damit auch alle Bescheid wissen, welche Interaktionen Probleme machen könnten, worauf zu achten ist und was der Patient wissen muss. In der Theorie klingt das super. Aktuell ist es aber so, dass der Medikationsplan in den meisten Praxisverwaltungssoftwares noch nicht implementiert ist – und die Krankenhäuser kochen eh ihre eigene Suppe. Von denen bekomme ich in 90 Prozent der Fälle nicht mal einen (einscannbaren) bundeseinheitlichen Medikationsplan, sondern einfach eine tabellarische Auflistung. Die dann händisch zu übertragen, ist fehleranfällig – und vor allem langwierig.
Auch viele Niedergelassene (z. B. unsere psychiatrischen/neurologischen Kollegen) schreiben meistens allenfalls einen eigenen Medikationsplan, in dem aber alle anderen Medikamente fehlen – und dann schreibt mir das Heim, ich möge doch bitte die neurologischen/psychiatrischen Medikamente in meinen übernehmen bzw. in meinem anpassen, damit das Heim dann einen kompletten hat.
Ich hoffe SEHR, dass wir es wie in anderen Ländern hinbekommen, dass wir irgendwann alle einen funktionsfähigen Plan haben. Ich habe auch gern welche hochgeladen, damit erstmal überhaupt was drin ist, aber leider fremdeln viele Kollegen noch mit der ePA. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass gerade psychiatrische Medikamente ja auch gerne mal fehlen (und das auch in der elektronischen Medikationsliste, weil sie offensichtlich auch gern noch als Papierrezept ausgestellt werden). Das finde ich sehr schade, weil dadurch wichtige Informationen verloren gehen …
Deswegen wäre mein Wunsch: Zackig ALLE an die ePA und den Medikationsplan anschließen (also Krankenhäuser UND Niedergelassene) und dann aber auch alle Medikamente einfügen. Denn nur dann können wir hoffen, dass wir auch wirklich wissen, was die Patienten einnehmen.
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