Landarztquote (LAQ), 90.000 € Zuschuss, Vergütungszuschläge: Die Politik pumpt Millionen ins System. Trotzdem bleiben Tausende Hausarztsitze leer. Ist Geld doch der falsche Hebel?
In der Praxis steppt der Bär? Das gilt vor allem auf dem Land eher für Patienten als für Ärzte. Dabei ist der Landarztmangel nichts Neues. Die Politik hat zwar reagiert, doch Untersuchungen zeigen, dass allein das Geld junge Ärzte selten überzeugt. Also: Was können Praxisinhaber selbst verändern, unabhängig von staatlichen Programmen?
Investitionszuschüsse von bis zu 90.000 Euro, Vergütungszuschläge und Landarztquote: Die Politik hat sich in den vergangenen Jahren viel einfallen lassen, um Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu gewinnen. Trotzdem sind bundesweit rund 4.400 Hausarztsitze nicht besetzt. Bis 2040 könnten es nach einer Prognose des IGES-Instituts rund 12.000 werden, besonders betroffen wären bestimmte Landkreise wie der Hochsauerlandkreis. Doch was ist, wenn nicht das Geld, sondern die Rahmenbedingungen das Problem sind?
Eine Befragung von Assistenzärzten zeigt: Wer sich grundsätzlich gegen eine Landniederlassung entschieden hat, lässt sich davon durch monetäre Anreize kaum abbringen. Selbst in der Gruppe, die am stärksten auf Einkommen reagiert (ledige Männer ohne Kinder, städtisch aufgewachsen), verändert eine höhere Summe die Entscheidung nur selten. Ausschlaggebend ist einer Studie zufolge etwas anderes: 74 Prozent der Ärzte nannten in einer Befragung die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben als Hauptmotiv für ihre Niederlassung – das ist zunächst unabhängig von Stadt oder Land.
Der Anteil angestellter Ärzte und Psychotherapeuten in der vertragsärztlichen Versorgung ist gestiegen: Von rund 18 Prozent im Jahr 2016 auf etwa 31 Prozent im Jahr 2025. Praxen, die ausschließlich die klassische Niederlassung anbieten, schließen damit einen wachsenden Teil des potenziellen Nachwuchses von vornherein aus. Wer stattdessen Anstellungsverhältnisse mit klar geregelten Arbeitszeiten, Teilzeitoptionen oder Jobsharing-Modellen schafft, erweitert den Kreis möglicher Bewerber erheblich – auch wenn das bedeutet, einen Teil der unternehmerischen Freiheit abzugeben.
Wenn immer mehr Praxen um dieselben Ärzte konkurrieren, wird die einzelne Praxis selbst zum entscheidenden Faktor: Was bietet die Praxis, was es in der nächsten Stadt oder Klinik nicht gibt? Genau hier kannst du als Praxisinhaber ansetzen:
Machen wir uns aber nichts vor, an manchen Dingen kannst auch du als engagierter Arzt nichts ändern, etwa an den langen Wegen auf dem Land – zu Fortbildungsangeboten oder zur Praxis.
Der Landarztmangel wird seit Jahren diskutiert – meistens über die Köpfe der Betroffenen hinweg: über Zuschüsse, Quoten und Statistiken. Aber wie sieht die Landarztquote eigentlich aus der Perspektive derer aus, die sie gerade durchlaufen?
Wir wollen das ändern und Landarztquote-Studierenden und jungen Ärzten eine Stimme geben: Warum bist du für die Landarztquote? Was hat dich überzeugt – und was schreckt andere ab? Wo hakt es zwischen Anspruch und Alltag auf dem Land?
Wir wollen eure Perspektiven, Erfahrungen und Antworten sammeln und Praxisinhabern wie Politik zeigen, was wirklich zählt. Schreibt es uns in die Kommentare!
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