Der psychopathologische Befund gehört zu den Grundlagen der psychiatrischen Untersuchung. Gerade in der Weiterbildung stellt sich aber häufig die Frage: Welche Fragen stelle ich eigentlich, um ein bestimmtes Symptom gezielt zu explorieren – und wie formuliere ich das anschließend korrekt im Befund?
Aus diesem praktischen Problem heraus habe ich einen kostenlosen Psychopathologischen Befundgenerator entwickelt.
👉 https://www.psychiatrie-digital.com/psychopathologischer-befundgenerator/
Das Besondere dabei: Der Generator soll nicht nur möglichst schnell einen fertigen Text produzieren, sondern auch beim Erlernen der psychopathologischen Befunderhebung unterstützen.
Im Lernmodus werden zu den einzelnen psychopathologischen Symptomen passende Fragen vorgeschlagen.
So kann man beispielsweise nicht nur auswählen, dass eine bestimmte psychopathologische Auffälligkeit vorliegt, sondern gleichzeitig nachvollziehen:
„Wie frage ich den Patienten eigentlich gezielt danach?“
Gerade für Ärztinnen und Ärzte am Anfang der psychiatrischen Weiterbildung kann das hilfreich sein.
Zu den einzelnen psychopathologischen Begriffen gibt es kurze Erklärungen und Definitionen.
Damit kann man während der Befunderhebung schnell nachschauen, was beispielsweise genau unter einem bestimmten Symptom zu verstehen ist.
Je nach Situation kann der generierte Befund kompakt oder ausführlich ausgegeben werden.
Das ist beispielsweise praktisch, wenn man für eine Visite eine kurze Dokumentation benötigt, während für einen Aufnahme- oder Austrittsbericht eine ausführlichere Formulierung sinnvoller sein kann.
Die Oberfläche kann auf Deutsch oder Englisch verwendet werden. Das kann insbesondere für Kolleginnen und Kollegen interessant sein, die im klinischen Alltag mit englischsprachigen Patienten arbeiten.
Der Generator bietet außerdem unterschiedliche Modi: Wer gerade lernt, kann sich stärker durch die einzelnen Bereiche führen lassen. Wer mit dem psychopathologischen Befund bereits vertraut ist, kann die Symptome wesentlich schneller und kompakter auswählen.
Der Anspruch ist dabei ausdrücklich nicht, die psychiatrische Untersuchung oder die klinische Beurteilung zu ersetzen.
Vielmehr soll das Tool dabei helfen, den psychopathologischen Befund strukturierter zu erheben, psychopathologische Begriffe besser zu verstehen und anschließend schneller zu dokumentieren.
Ich habe das Tool zunächst als kleines Projekt für den eigenen klinischen Alltag entwickelt und bin sehr gespannt auf Feedback aus der Praxis.
Was wäre für euch bei einem solchen Tool noch hilfreich?
Insbesondere interessiert mich die Perspektive von Assistenzärztinnen und Assistenzärzten in der Psychiatrie:Welche psychopathologischen Symptome findet ihr in der Praxis am schwierigsten zu explorieren oder zu formulieren?