Erfrischung mit Nebenwirkung: Ein Bad im See wird zu einer lebensbedrohlichen Sepsis. Was hat Fieber, starke Schmerzen und diese Blasen ausgelöst?
Ein Text von Prof. Stefan Kluge, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
In den vergangenen Wochen haben wir am UKE zwei Patienten mit einer schweren Sepsis bzw. einem septischen Schock nach dem Baden auf der Intensivstation behandelt. Ein Patient entwickelte nach dem Baden in einem norddeutschen Gewässer eine Sepsis durch Vibrio vulnificus, ein weiterer nach dem Baden in der Alster eine schwere Sepsis durch Aeromonas.
Es handelt sich um unterschiedliche Erreger, die jedoch eines gemeinsam haben: Sie können nach Wasserkontakt – insbesondere bei offenen Wunden oder bestimmten Vorerkrankungen – innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohliche Infektionen verursachen.
Mit steigenden Wassertemperaturen gewinnen wasserassoziierte bakterielle Infektionen zunehmend an Bedeutung. Umso wichtiger ist es, bei Fieber, starken Schmerzen oder rasch fortschreitenden Hautveränderungen nach dem Baden frühzeitig auch an diese Erreger zu denken. Eine rasche Diagnostik und der frühzeitige Beginn einer antibiotischen Therapie können lebensrettend sein.
Wichtig: Solche Infektionen sind selten. Baden bleibt für die allermeisten Menschen unbedenklich. Menschen mit offenen Wunden, einer Immunschwäche oder einer schweren Lebererkrankung sollten bei sehr warmen Gewässern jedoch vorsichtig sein.
Die beigefügte Karte des ECDC zeigt, wie günstig die Umweltbedingungen derzeit für die Vermehrung von Vibrionen in europäischen Küstengewässern sind.
Bildquelle: ECDC Vibiro Viewer, 10.08.2026
Dieser Text wurde ursprünglich auf LinkedIn gepostet.
Bildquelle: Niclas Moser, Unsplash