Die eigene Praxis abzugeben ist für viele Inhaber die finale Herausforderung. Denn es geht nicht darum, einen würdigen Nachfolger zu finden – sondern überhaupt einen. Diese vier Kniffe helfen bei der Suche.
Bei der Frage, wer irgendwann die eigene Praxis übernimmt, rutschen viele Mediziner unruhig auf dem Stuhl herum. Kein Wunder, denn den Gedanken an den wohlverdienten Ruhestand können Inhaber meist erst dann genießen, wenn sie ihre Praxis in guten Händen wissen. Das mit den guten Händen ist aber so eine Sache, denn es gibt schlichtweg nicht genug davon. Mit diesen Tipps steigerst du die Chancen für die Praxisübernahme.
Die Altersstruktur der niedergelassenen Ärzteschaft gibt schon einen Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Jahren auf die ambulante Versorgung zukommt. Laut Arztzahlstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung waren Ende 2024 insgesamt 33,7 Prozent der Niedergelassenen 60 Jahre oder älter, das Durchschnittsalter lag bei 54 Jahren.
Das Zentralinstitut kassenärztliche Versorgung rechnet vor, dass Deutschland bis 2040 im Schnitt jährlich beinahe 2.500 ärztliche Nachbesetzungen zu wenig haben wird – über alle Fachrichtungen. Insgesamt kommen so bis 2040 etwa 50.000 fehlende Ärzte zusammen. Der ambulante Versorgungsgrad könnte dadurch auf nur noch 74 Prozent des heutigen Spiegels absinken, Zuwanderung nicht eingerechnet.
Das Finden ist die eine Sache, das Suchen eine andere. 78 Prozent der Praxisinhaber, die schon aktiv gesucht haben, empfanden allein das Finden eines Interessenten als große Herausforderung. Die Suche selbst dauert im hausärztlichen Bereich im Schnitt 2 Jahre, bei Fachärzten geht es mit knapp 1,5 Jahren deutlich schneller. Das bedeutet: Wer in den Ruhestand gehen möchte, muss schon früh planen, vor allem auf dem Land.
In ländlichen, strukturschwachen Regionen verschärft sich das Problem nämlich zusätzlich: Hier fehlt es nicht nur an Interessenten, auch die Versorgungslage selbst ist oft schon angespannter. In offenen Planungsbereichen, wo keine Zulassungsbeschränkungen greifen, beißen Ärzte beim Praxisangebot häufig nicht an – das ist kein Geheimnis. In gesperrten Gebieten, also mit einer Überversorgung (110 Prozent), entscheidet ein Zulassungsausschuss sogar darüber, ob eine Nachbesetzung überhaupt erfolgen muss oder ob die Praxis ersatzlos wegfällt.
Die meisten Praxisinhaber setzen bei der Suche auf den naheliegendsten Weg: die Praxisbörse der eigenen KV. 42,8 Prozent nutzen diesen Kanal. Gefunden hat ihren Nachfolger darüber aber nur eine kleine Minderheit – knapp 8 Prozent. Wer seine Praxis wirklich attraktiv machen will, muss selbst aktiv werden.
4 Wege, die Praxis attraktiv zu machen:
Zi – Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung: Praxisübergabe (Zi-Paper). 2025. Online
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB): Praxisabgabe. Online
Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH): Praxisformen und Kooperationsmodelle. Online
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