Schwangerschaftsvorsorge in Gefahr?
Die GKV-Reform gefährdet die Versorgung von Schwangeren, fürchten Gynäkologen. Die geplanten Budgetgrenzen könnten dazu führen, dass bestimmte Leistungen, die von den Deckelungen bisher ausgeschlossen waren, nun nicht mehr bezahlt werden. Rolf Englisch vom Berufsverband der Frauenärztinnen und -ärzte erklärt es an einem Beispiel: „Ich habe 100 Schwangere im ersten Quartal 2025 gehabt. Jetzt habe ich 115 Frauen im ersten Quartal 2027. Dann sagt der Gesetzgeber: Diese 15 neuen Schwangeren in 2027 bezahle ich nicht mehr.“ Angesichts des Geburtenrückgangs sende das politisch ein völlig falsches Signal, so der Gynäkologe. Zwar gebe es die Option, dass Patientinnen Vorsorgeleistungen privat zahlen, doch nicht jede könne sich das leisten. Auch könne es zu Problemen bei der Terminvergabe kommen – für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft gibt es aber ganz konkrete Zeitpunkte, die sich kaum verschieben lassen. Die Kassen kritisieren den Protest der Gynäkologen unterdessen als Stimmungsmache: Den Patientinnen soll nichts weggenommen, sondern die Versorgung langfristig bezahlbar und auf hohem Niveau gehalten werden. Der Gesetzentwurf wird kommende Woche im Bundestag diskutiert. |