KOMMENTAR | Seit 10 Jahren setze ich mich für die Einbindung von Zahnärzten in die Früherkennung der Zöliakie ein. Und ebenso lange werde ich schon ignoriert. Warum?
10 Jahre – so lange dauert es durchschnittlich, bis die Diagnose Zöliakie bei Betroffenen korrekt gestellt wird. Genauso lange mache ich in der zahnärztlichen Fachwelt darauf aufmerksam, dass wir Zahnärzte einen sehr großen Beitrag zur Früherkennung von Zöliakie leisten können.
Betroffene Kinder weisen häufig eine Störung der Zahnschmelzbildung auf. Eine sich sehr schnell im Bereich von gestörten Zahnschmelzstrukturen aufsattelnde tiefe Karies mit Dentinbeteiligung wird, wenn sie nicht mit Zöliakie in Verbindung gebracht wird, als vulgäre Karies oder auch, aufgrund vielfacher Publikationen in diesem Bereich, als Folge einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) vorschnell fehldiagnostiziert.
Im Anschluss wird, ohne die Einleitung jeglicher weiterer diagnostischer, geschweige denn therapeutischer Konsequenzen, behandelt. Hierbei kann leicht übersehen werden, dass es sich bei der Schmelzbildungsstörung nicht nur um ein zahnmedizinisches Problem, sondern um eine von zahlreichen Komorbiditäten der Zöliakie handelt. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt, können sich Immunreaktionen im Bereich der intestinalen Mukosa chronifizieren und zu ernsthaften Langzeitschäden führen.
Seit 10 Jahren mache ich auf diese Fakten aufmerksam, schreibe Fachgesellschaften an und erhalte seit 10 Jahren keinerlei Reaktionen. So schrieb ich der Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ):
Dass ich bis dato keine Antwort erhalten habe, finde ich sehr schade. Dass die DGKiZ meinen Aufruf ignoriert, obwohl die Studienlage seit Jahren eine zahnärztliche Beteiligung an der Früherkennung nahelegt, schafft dagegen Raum für Spekulationen und lässt nur Ungutes vermuten.
Bildquelle: ChatGPT