In der Menopause beklagen Frauen diverse körperliche Veränderungen – so auch oft bei ihrem Gewicht. Eine angepasste Ernährung soll dem entgegenwirken. Welche Rolle der Ursprung des Proteins dabei spielen könnte.
Eine in der Fachzeitschrift Menopause veröffentlichte Untersuchung berichtet, dass der Austausch tierischer durch pflanzliche Proteine bei postmenopausalen Frauen mit Gewichtsverlust verbunden war – und das, ohne dass die gesamte Proteinzufuhr sank. Damit rückt ein möglicher Ansatz zur Bewältigung der Gewichtszunahme nach der Menopause in greifbarere Nähe. Den Ergebnissen zufolge scheint dabei die Herkunft des aufgenommenen Eiweißes entscheidender zu sein als die Menge.
Grundlage war eine randomisierte klinische Studie: Postmenopausale Frauen nahmen über 12 Wochen entweder an einer fettarmen veganen Ernährung mit täglichen Sojabohnen teil oder gehörten zu einer Kontrollgruppe. Analysiert wurden dabei Ernährungsänderungen und deren Zusammenhang mit dem Körpergewicht.
Zu den zentralen Ergebnissen zählen:
Die Effekte waren laut Forschern unabhängig von der Kalorienaufnahme.
„Diese Studie stellt die verbreitete Annahme infrage, dass Protein immer gleich ist“, sagte Hana Kahleova, Direktorin der klinischen Forschung beim Physicians Committee for Responsible Medicine und Erstautorin der Untersuchung. „Es kommt nicht nur darauf an, wie viel Protein man isst – sondern auch darauf, woher dieses Protein kommt und das ist entscheidend für Körpergewicht und metabolische Gesundheit.“
Als möglichen Mechanismus nennen die Autoren eine geringere Aufnahme von Methionin – einer Aminosäure, die in höheren Mengen in tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern und Milch vorkommt. Eine niedrigere Methioninzufuhr sei mit verbesserter metabolischer Effizienz, erhöhter Fettoxidation und günstigen Veränderungen der Körperzusammensetzung in Verbindung gebracht worden. In der vorliegenden Studie seien Reduktionen der Methioninaufnahme signifikant mit Abnahmen des Body-Mass-Index assoziiert gewesen. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Qualität des Proteins – und seine Aminosäurezusammensetzung – den Stoffwechsel in einer Weise beeinflussen könnten, die wir erst beginnen, zu verstehen“, sagte Kahleova.
Die Autoren betonen die Relevanz speziell für postmenopausale Frauen, die häufig Gewichtszunahme und metabolische Veränderungen erleben – mit möglichen Auswirkungen auf Symptome wie Hitzewallungen. In der ursprünglichen Studie seien moderate bis schwere Hitzewallungen um 88 % zurückgegangen. Pflanzenbasierte Ernährungsweisen mit viel Soja liefern zudem Isoflavone, die als Verbindungen beschrieben werden, die vasomotorische Symptome reduzieren können. Für viele Frauen bringe die Menopause sowohl metabolische als auch die Lebensqualität betreffende Herausforderungen mit sich, so Kahleova. „Dieser Ansatz adressiert beides – Gewicht und Symptome – mit einer einzigen, praktischen Ernährungsumstellung.“
Die Studie deutet darauf hin, dass für postmenopausale Frauen nicht nur die Menge des aufgenommenen Proteins, sondern vor allem dessen Quelle eine wichtige Rolle beim Gewichtsmanagement spielen könnte. Der Austausch tierischer gegen pflanzliche Eiweißquellen war mit einem signifikanten Gewichtsverlust verbunden, obwohl die gesamte Proteinzufuhr und die Kalorienaufnahme unverändert blieben. Da die Untersuchung jedoch auf einer 12-wöchigen Studie basiert, sind weitere Langzeitstudien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen und die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen.
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