Die frühe Diagnose einer Monoklonalen Gammopathie (MG) stellt im klinischen Alltag aufgrund der Seltenheit und des heterogenen Erscheinungsbilds eine Herausforderung dar.1 Nationale und internationale Leitlinien empfehlen daher bei Verdacht auf eine MG zum Paraprotein-Nachweis die parallele Durchführung einer Serumproteinelektrophorese (SPE), Immunfixationselektrophorese (IFE) und die Bestimmung Freier Leichtketten im Serum (sFLC).1–3 Die Interpretation der Ergebnisse ist dabei ausschlaggebend für eine weiterführende Diagnostik, die eine frühzeitige und zuverlässige Diagnosestellung ermöglicht.
Die SPE im Serum liefert einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer MG. Ein Peak in der Gammafraktion des Elektropherogramms weist auf eine erhöhte Menge von monoklonalen Antikörpern im Serum hin.5 Ob die Ursache des vermehrten Auftretens klonalen Ursprungs ist, kann auf dieser Grundlage nicht bestimmt werden. Weiterhin ist ein negatives Ergebnis in der SPE z. B. aufgrund der mangelnden Sensitivität kein Ausschlusskriterium für eine MG.4
Eine detaillierte Erklärung zur SPE finden Sie in unserem Beitrag zur Diagnostik!
Die IFE ermöglicht die qualitative Bestätigung und Typisierung des monoklonalen Paraproteins im Serum. Der Nachweis einer klar begrenzten Bande mit definierter Immunglobulin-Zuordnung und Differenzierung des Leichtketten-Isotyps (k oder λ) gibt Aufschluss über den Typ des monoklonalen Paraproteins.4,5
Die SPE und IFE weisen bei der Detektion von Paraproteinen nur eine begrenzte Sensitivität auf; insbesondere FLC werden dabei häufig nicht zuverlässig erfasst. Über 90 % der MG-Betroffenen zeigen abnorme FLC-Konzentrationen.6 Bei ca. 15-20 % der MG-Formen werden dabei ausschließlich FLC ohne intakte Immunglobuline sezerniert. Daher ist die hochsensitive Bestimmung der Freien Leichtketten Kappa und Lambda im Serum essenziell.7,8 Dabei können die FLC-Werte durch verschiedene Faktoren wie z. B. Alter, Geschlecht, Ethnie und auch z. B. durch die Nierenfunktion beeinflusst werden. Daher ist jeder Fall individuell zu betrachten. Eine abnorme k/λ -Ratio ist ein sensitiver Marker der Klonalität von Plasmazellen und deutet auf eine MG hin.1,5
Die Sensitivität der elektrophoretischen Methoden SPE und IFE ist für den Nachweis abnormer FLCs nicht ausreichend, da die Nachweisgrenzen bei der SPE bei ca. 500-2000 mg/L und bei der IFE bei ca. 150-500 mg/L liegen.9 Im Vergleich dazu können FLCs mit der Freien-Leichtketten-Bestimmung bereits ab Konzentrationen von < 1 mg/L detektiert werden.4,5
Wichtig: Die Interpretation der Laborbefunde sollte immer unter Berücksichtigung aller vorliegenden klinischen und diagnostischen Informationen erfolgen. Bei Verdacht auf eine Monoklonale Gammopathie sollte immer die Dreierkombination SPE, IFE und FLC-Bestimmung im Serum durchgeführt werden.1–3 Auffällige Befunde erfordern in der Regel eine weiterführende labordiagnostische Abklärung sowie die zeitnahe Überweisung an eine fachärztliche Spezialsprechstunde.
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